Warum ich kein Organspender bin

September 19th, 2015

Es bedurfte gar nicht des letzten Skandals, um meine Meinung fest zu zementieren. Ich lehne die anonyme Organwirtschaft und die damit verbundene Geschäftemacherei ab.

Wohl könnte ich mir vorstellen, aus Liebe und Zuneigung eine Niere für jemanden zu spenden. Aber ich betrachte weder mich noch andere Menschen als lebende Ressourcen.

Leben und Tod sind sehr persönliche Prozesse, untrennbar verbunden mit dem, was einen jeden von uns ausmacht. Daher empfinde ich alleine die Anonymität als gegen meine Überzeugungen und gegen mein Menschenbild gerichtet.
Man kann in diesem System noch nicht einmal sicher sein, dass die Zusage für eine Organentnahme wirklich freiwillig und zu Lebzeiten des Spenders gegeben wurde.

Tot ist nach meinem Dafürhalten jemand, dessen Atmung endgültig ausgesetzt hat und dessen Blutkreislauf und Gehirnaktivität zum erliegen gekommen ist. Das würde bedeuten, dass außer der Hornhaut kein Organ gespendet werden kann. Denn nur diese kann noch einem Toten entnommen werden.

Organe sind so persönlich wie der Mensch, zu dem sie gehören.

3 thoughts on “Warum ich kein Organspender bin

  1. Ich wünsche es Ihnen nicht, dass Sie einmal in die Lage kommen, auf eine Organspende angewiesen zu sein! So ein Denken ist einfach nur Egoistisch!

    • egoistisch allein ist, sich nicht die Seite des Spenders anzusehen und für sich als Kranker zu beanspruchen, ein tief komatöser Patient muss seinen noch lebendigen Körper zum Ersatzteillager für kranke Menschen, die um jeden Preis überleben zu wollen (keine Sorge, ich weiß wovon ich rede, meine Lunge ist platt). Sie werden lebendig -je nach Land – meist ohne Narkose ausgeweidet, zeigen Abwehrreaktionen…die Hirntoddefinition scheint auch an Ihnen aus völlig vorbei gegangen sein. Bis zu 17 Reflexe dürfen “Hirntote” zeigen…in jedem Land gibt es andere Kriterien. Die medizinische Tortur eines Empfängers spare ich mir lieber auch. Da transplantierte Lungen meist nach wenigen Jahren den Geist aufgeben und für mich wieder ein verunfallter komatöser Patient ausgeweidet werden müsste…Dieser Gedanke ist ethisch und moralisch nicht zu vertreten, so wichtig kann mein eigenes Leben gar nicht sein, anderen (Spendern und deren Angehörigen) unendliches Leid anzutun. Der Mensch ist kein Ersatzteillager. Wer krank ist hat eben Pech gehabt, dafür kann kein Fremder in die Verantwortung genommen werden. Leben um jeden Preis, zu Lasten Dritter ist in höchsten Maße asozial. Der Tod gehört zum Leben. Der eine muss früher gehen, die anderen später. Man kann dem Tod nicht entkommen. Es würde mich der Ekel übernommen, würde mich ein fremdes Organ unter den Machenschaften der Transplantationsmedizin am “Leben” halten. Es würde alleine eine geistige Abwehrreaktuon hervorrufen, mal abgesehen vor der natürlichen, chemisch unterdrückten Abwehrrektuon…so würde ich niemals Leben wollen. Abgrundtief unwürdig…

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