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Greta kriegt die goldene Kamera, den goldenen Handschlag hat sie längst schon bekommen. Sie ist Frau des Jahres; Merkel lobt Greta, Steinmeier lobt Greta, der Papst findet Greta klasse, denn Greta geht auf die Erwachsenen los – und vor den Erwachsenen fürchten sich Greta, Merkel, Steinmeier und der Papst am meisten.

Wer mit Greta auf Kind macht, bleibt verschont: Merkel, Steinmeier, der Papst und die Funke Mediengruppe (Goldene Kamera) biedern sich an. Greta mag erwachsene Kinder. Sie mag aber keine Erwachsenen mit Gesicht, die kritisch bleiben und sich nicht vereinnahmen lassen.
Interessant: bei all dem verbleibt Greta in eigentümlicher Starre; ihr Image will sich nicht auflösen zu einem lebendigen Bild. Greta ist unpersönlich und trotz Zöpfen androgyn. Sie ist Teenager, aber ohne Widersprüche und Unberechenbarkeit. Greta ist Generation gewordener Protest und Ausdruck westlichen Selbsthasses.

Greta trägt keine gelbe Weste. Sie vertritt kein Geschlecht und keine soziale Schicht, und es geht ihr nicht um Toleranz. Sie will Panik und den völligen Bruch mit der Vergangenheit. Aber konkrete Forderungen stellt sie nicht, sie tut trotz allem den Mächtigen nicht weh. Greta will, dass alle werden wie die Kinder. Merkel, Steinmeier, der Papst und die Funke Mediengruppe wollen das auch, denn bloßer Bewusstseinswandel tut nicht weh. Zukünftige Steuererhöhungen bekommen dadurch eine geradezu transzendente Legitimation. Die obere Mittelschicht kann sich diesen Ablass leisten und fühlt sich zusammen mit den Regierenden wohl. Greta ist für sie nicht gefährlich, und auch der Papst geht nicht leer aus: dank Greta bejahen ihn und sein Amt nun auch jene, die mit der Lehre vom dreieinigen Gott nichts zu tun haben wollen.

Win-win, die Zeche zahlen die Ungläubigen.

Es ist nicht mehr zu leugnen, Greta – bzw. ihre Macher – haben eine religiöse Bewegung begründet, und auch eine neue Inquisition.

Der Protest geht von den eher Wohlhabenden aus und, das dürfte jedem klar sein, auch wenn es nicht so aussieht, im Wesentlichen geht es um Besitzstandswahrung

I have to admit, I’m an addict to Ostend. I’m a stranger to this place but this place has never been a stranger to me.

“Franziska Giffey fordert Frauenquote im Bundestag”

Warum nicht! Aber dann bitte nicht dabei stehen bleiben! Alle Geschlechter und Gesellschaftsschichten gilt es angemessen zu berücksichtigen: Männer, Frauen, Migrationshintergrund, sexuelle Orientierung, Schulabschluss, religiöse und politische Gesinnung und so weiter. Erreicht man so nicht die einhellige Zustimmung zum Kurs der Regierung und hält Extremisten fern?

Ein Wahlausschuss erstellt vorab eine Liste mit geeigneten KandidatInnen, über die dann bei Wahlen abgestimmt wird, indem man den Wahlschien faltet und in die Urne wirft. Wer nicht einverstanden ist, streicht auf der Liste jeden Namen einzeln durch.

Es lebe die Giffeysche Demokratie!

“Spahn fordert höhere Beiträge für Kinderlose”

Stopp, Irreführung! Spahn fordert keine höheren Beiträge für Kinderlose, sondern er will, dass kinderlose Arbeiter und Angestellte mehr bezahlen. Bei Beamten dagegen spielt der Familienstand für deren Altersbezüge keine Rolle. Der Staat interessiert sich nicht dafür. Auch das Privatleben eines Politikers ist Privatsache: Jens Spahn zum Beispiel ist mit einem Mann verheiratet, ihn sollen seine Pläne aber trotzdem nichts kosten. Es geht ausschließlich um abhängig Beschäftigte, deren Lebenswandel will Spahn honorieren oder bestrafen.

Spahn gilt als konservativ. Niemals würde er an überkommenen Privilegien rütteln, vor allem nicht an seinen eigenen. Spahn steht nicht für einen Neustart, er steht für einen neuen Kaltstart der alten Maschinerie, und den betreibt er jetzt mit einer Neiddiskussion. Ihr zahlt zu wenig Beiträge. Spahn spaltet, und das aus Berechnung. Er lässt die Leute aufeinander losgehen und reibt sich am Rande des Geschehens die Hände.

Fakt ist: das gesamte Rentensystem hätte schon vor Jahrzehnten reformiert werden müssen. Aber an Reformen hat ein Politiker wie Spahn kein Interesse. Er will stattdessen alte Privilegien in eine neue Zeit hinüberretten, schließlich weiß er, was er dem CDU-Parteiapparat, der ihn hat hochkommen lassen, schuldet: bloß keine Erschütterungen, bloß keine verknöcherte Struktur in Frage stellen. Abkassieren und abservieren. So wie immer.

Die nationalen Helden, die ständig gegen Diversität polemisieren, beteuern stets, sie wünschten ein Europa der Vielfalt: alle Länder verschieden gleichgezogen.
Was für eine geistige Einfalt!

Halloween feiern und den Gedenktag der Reformation begehen?  Aber klar!

Seit sich die bürgerlichen Großkirchen mehr für politische Ziele als den althergebrachten Glauben engagieren, ist viel kulturelles Wissen verloren gegangen – so zum Beispiel über Halloween und seine christlichen Ursprünge. Früher begann der neue Tag nicht erst Punkt Mitternacht, sondern bereits am Vorabend. Wir kennen das heute noch von Heiligabend, den Beginn von Weihnachten. Auch Allerheiligen, ein hoher christlicher Feiertag, beginnt traditionell nicht erst am 1. November, sondern schon in den Abendstunden des 31. Oktobers. Am 2. November folgt dann Allerseelen, der Tag, an dem für die Verstorbenen gebetet wird. Schon immer gab es um diese Zeit Herum Heischegänge, es wurde geschlachtet und den armen Seelen etwas abgegeben.

Warum Halloween kein keltisches Fest ist

Häufig liest man, dass Halloween auf ein heidnisches Totenfest der Kelten, verwandt mit dem irischen und schottischen Samhain (Ende des Sommers), zurückgehe. Aber die Kelten siedelten in ganz Mitteleuropa, und nirgendwo gibt es Hinweise auf ein keltisches Totenfest zu Beginn der dunklen Jahreszeit. Auch ist nirgendwo eine solche Tradition von anderen aufgegriffen und weitergeführt worden, weder von den Germanen noch anderen Völkern. Allerdings gibt es überall im früheren Siedlungsgebiet der Kelten an Halloween erinnernde Traditionen, die sich alle mühelos auf christliche Allerheiligenbräuche zurückführen lassen.

Mehr Grund zur Freude

Unser heutiges Halloween ist stark durch das Zeitalter der Romantik geprägt, und Kitsch und Konsum müssen das Fest nicht überlagern. “Trick-or-Treating”, Kürbisschnitzen und Mottopartys: schöne Kindheitserinnerungen und Respektlosigkeit gegenüber dem Tod machen das Fest aus. Heute wie damals bietet sich Halloween an, Gutes zu tun – etwa mit einer Spende an das Kinderhilfswerk UNICEF. In vielen Ländern gibt es dafür sogar ein eigenes Programm: “Trick or treat for UNICEF”. Auch spricht nichts dagegen, mit den kleinen Hexen und Caspers einen Gottesdienst zum Gedenktag der Reformation zu besuchen. “Trick-or-Treat” ist kein Widerspruch zu “Verbum Domini Manet in Aeternum” (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit), und der Kürbis ist seiner vielen Kerne und des schnellen Wachstums wegen auch ein Symbol für das sich ausbreitende Christentum.
Die Kirche hat also mehr Grund, sich, so erzählt es Luther, wie Jona über den Kürbis zu freuen als sich über ihn zu ärgern.

Siehe auch: Trick or was?

Rainer Beel; Studium der Theologie, Anglistik und Pädagogik an der Universität – GH Siegen und Justus-Liebig-Universität Gießen

Links, rechts, ich finde mich weder da noch dort wieder. Sicherlich gehöre ich nicht in die Mitte: mainstream liegt mir nicht.
“Kleiner britischer Konservativer”, wurde ich zu Kolleg-Zeiten genannt, und ich konnte damit gut leben. Heute würde ich mich nicht mehr als “konservativ” bezeichnen, weil kein Mensch mehr weiß, was konservativ noch bedeutet. Ein konservativer Marxist ist nun mal kein konservativer Kapitalist und ein konservativer Atlantiker kein konservativer Nationalist.

Was macht mich trotz allem zum Konservativen? Ganz klar meine lutherische Grundüberzeugung: Realismus, Standhaftigkeit, Unabhängigkeit und die Einsicht, dass man stets hinter seinen Idealen zurückbleibt.
Damit passe ich in kein Parteienschema.

Ich finde es verlogen, den heutigen Amtsprotestantismus als spirituelle Bewegung auszugeben. Der christliche Anstrich dient doch nur der historisch nicht haltbaren Legitimation des Status quo.

Die EKD ist eine rein politische NGO. Sie hat nichts mit Luthers Frage nach einem gnädigen Gott zu tun. Sie gibt nichts auf die reformatorischen Bekenntnisse und selbst das Bekenntnis zu dem einen, dreieinigen Gott fällt ihr schwer. Stattdessen haut das amtskirchliche Establishment Sätze raus wie “der Islam hat viel Segen über die Welt gebracht” (Burkhard Müller) und beschäftigt sich ausschließlich noch mit der eigenen Akzeptanz in Politik und Gesellschaft.

Gott ist bei all dem nur noch als Metapher und Schlagwort.

Wir sind doch nicht immer so mutlos und so bescheuert gewesen. Tief in uns drin muss doch noch gesundes Selbstbewusstsein, Lernbereitschaft und Vertrauen schlummern. Wenn es so weitergeht, werden die Berufspolitiker bald uns und die EU abwickeln.
Mal ehrlich: will das jemand in letzter Konsequenz? Ich nicht!

Die rechtsnationalen Erben des kränkelnden europäischen Opas in Brüssel sind schon angetreten, um sein Testament anzufechten.
Salvini, von Storch, Farage, Söder und Le Pen werden sich gegenseitig Gift ins Essen mischen – und die Erbschleicher aus Russland und den USA reiben sich die Hände.

Nicht schon wieder soll ein deutscher Sonderweg in einem europäischen Scherbenhaufen enden. Zeit, sich einzumischen. Wir sind nicht auf dem falschen Weg, wir haben nur die Orientierung verloren.

Der Ramadan ist vorbei. Was ich aus Kurdistan (KRG) mitbekommen habe, finde ich gut. Im täglichen Miteinander, in Studentenwohnheimen etc. läuft es so: der eine fastet, der andere nicht, beides wird akzeptiert; es gibt kein Gequake deswegen.

Fakt ist: wir rücken uns alle immer näher auf die Pelle. Keiner muss sein Bekenntnis kompromittieren, aber alle zusammen müssen wir einen Gemeinschaftssinn entwickeln.
So wie die Kurden das handhaben, ist es richtig und zukunftsweisend: Extremismus hat keinen Platz und (gar aufgezwungene) Selbstverleugnung auch nicht.

Christen, Muslime, Jesiden, alle sind in der Gesellschaft gleichberechtigt. So und nicht anders kann es gelingen.

In Deutschland gibt es derzeit die Tendenz, alles gleichzusetzen. Aber das hat mit Gleichberechtigung nichts zu tun. Diese Gleichmacherei ist das genaue Gegenteil!

Es wird Zeit, vermeintliche Kuschelecken zu verlassen und sich den Realitäten zu stellen. Lernen kann man immer – in diesem Fall von den Kurden.