A good way to celebrate spring in these lockdown times is to take the camera and have a walk around town. I did that on Easter Sunday. Only a day later, wintry weather was back. I took some time to visit places from the past, not to dwell in past times but to realign my mind for the challenges ahead. A good way to prepare yourself for the festival of the resurrection.

Rund 3 Jahre lang haben wir Vokabeln gepaukt und Grammatik gebüffelt. Heute ist Rumänien für mich ein echter Wohlfühlraum.

Dr. Hildegard Dengel war uns stets eine strenge und facettenreiche Lehrerin: nicht nur Aussprache stand auf ihrem Lehrplan, sondern auch die Geschichte Rumäniens und sehr viel Landeskunde.

3 Jahre, die sich gelohnt haben: Rumänien ist mir zur Wohlfühlzone geworden.

Im Januar 2009 war es dann endlich soweit: wir bekamen unsere Teilnahmebescheinigungen und der amtierende Freudenberger Bürgermeister eine Lektion in Rumänisch:

“Im Rumänischen steht der unbestimmte Artikel vor dem Wort, aber der bestimmte Artikel ist ein Suffix.” Daraufhin gestand Bürgermeister Günther ein: “Es ist heftig, wenn man nach 6 Jahren Schulfranzösisch in Frankreich volltanken will und plötzlich wie der Ochs vorm Berge steht.”

Faceţi-mi vă rog plinul! Bitte volltanken auf Rumänisch.

Den Tank vollbekommen: kein Problem!, auch wenn ich zwischen Timișoara und București meistens mit dem Zug unterwegs bin. Aus einem unbekannten Land ist mir eine echte Komfortzone geworden, und hin und wieder besuche ich die Gottesdienste der rumänisch-orthodoxen Kirchengemeinde in Siegen.

Während sprachlich manches in Vergessenheit geraten ist, sind Interesse und Zuneigung geblieben. Rumänien ist ein faszinierendes und widersprüchliches Land voller Reichtümer, Schönheiten und Abgründe. Eine romanische Sprache, direkter Erbe des klassischen Lateins, mit diversen slawischen Lautmerkmalen. Lebensfrohe Leichtigkeit, gepaart mit der Tiefgründigkeit orthodoxer Spiritualität. Die Landesgeschichte ist kompliziert. hin und hergeworfen zwischen Okzident und Orient, wovon auch die vielen Mythen und Sagen zeugen. Naturwunder, eine erstaunliche Architektur und eine ursprüngliche Landschaft. Ich bin nicht der einzige, der davon nicht mehr loskommt.

Übrigens kandidierte ich 2009 auch für das Bürgermeisteramt. Aus diesem Anlass führte die rumänische Journalistin Karina Gheorghe ein Interview mit mir.

Interview mit Rainer Beel
Fragen: Karina Gheorghe*

Karina Gheorghe: Wie sind Sie überhaupt dazu gekommen, im Bereich Politik tätig zu werden?

Rainer Beel: Ich bin schon immer politisch interessiert gewesen, aber sich zu engagieren? Ich stehe in manchem sicherlich links; zum Beispiel was den Gerechtigkeitsgedanken angeht. Vom Hintergrund und meinem Selbstverständnis her bin ich aber bürgerlich; und auch in vielem sehr wertkonservativ.

Meine erste Prägephase war in den 80er Jahren. Ich hörte damals Nena und wählte grün. Eine zweite hatte ich Anfang der 90er. Ich war zu der Zeit am Siegerlandkolleg, und dort waren es vor allem zwei Lehrer, die aus dem Funken Interesse das Feuer Engagement entfachten. Auch der Zusammenhang zwischen dem, was in einer Gesellschaft gilt und ihrem Erscheinungsbild wurde mir mehr als deutlich. So begann ich kurz entschlossen das Studium der Theologie statt der Politik. Englisch hatte ich sowieso machen wollen. 1998 trat ich der UWG bei. Die gibt es heute nicht mehr. Ein bisschen Protest und Unzufriedenheit mit den Verhältnissen hier vor Ort steckte auf alle Fälle dahinter. Ein Jahr später wurde ich Bürgermeisterkandidat der UWG. Das war natürlich noch zu früh.

Aus welchen Gründen möchten Sie nun nach 10 Jahren im Stadtrat für das Bürgermeisteramt kandidieren? Welches sind die Beweggründe Ihrer Kandidatur zum Bürgermeister?

Mich erschüttert der schleichende Niedergang, denn ich liebe meine Heimatstadt sehr. Es ist höchste Zeit, etwas dagegen zu unternehmen. Die Freudenberger sollen wieder sagen können, daß es schön ist, hier zu leben. Als Bürgermeister möchte ich jeden Tag präsent sein und die Dinge voranbringen.

Sie sagten, Sie wollten die Kommunalpolitik ganz an den Nagel hängen. Warum haben Sie sich letzten Endes doch umentschieden?

Sicherlich hätte ich einen Schlußstrich ziehen können. 10 Jahre Opposition, 10 Jahre Aufzeigen von Alternativen und 10 Jahre der Abwehr nicht nachvollziehbarer Entscheidungen sind genug. Danach muß es weitergehen, oder es dreht sich alles im Kreis.

Leute, auf deren Meinung ich viel gebe, haben mich davon überzeugt, jetzt noch einmal als Bürgermeisterkandidat anzutreten. Die Zeit sei reif für eine Veränderung – und ich denke, sie haben recht.

Sie sagten, es gehe nun um alles oder nichts: Bürgermeisteramt oder Abschied von der Kommunalpolitik. Was gedenken Sie zu tun, wenn Sie Abschied von der Kommunalpolitik nehmen müssten. Welche Alternativen / Zukunftspläne haben Sie?

Beruflich würde sich zunächst nichts ändern. Politisch schon. Ich habe mich noch nie irgendwo aufgedrängt. In meinem Leben haben sich die Dinge bisher immer ergeben. Darauf setze ich auch weiterhin. Ich bin jetzt 42, ledig und flexibel genug, um noch mal was ganz anderes anzufangen.

Warum denken Sie, dass Sie die richtige Person für das Bürgermeisteramt sind?

Ich bin nicht nur parteilos, sondern auch parteiunabhängig. Ich bin verläßlich und konfliktfähig, ich kann ziemlich hartnäckig sein und weigere mich, in Schablonen zu denken. Selbst meine Gegner sprechen mir Entschlossenheit und persönliches Engagement nicht ab. Das alles möchte ich nutzen, um das Amt mit Charakter zu führen.

Welche Pläne haben Sie, wenn Sie die Kandidatur zum Bürgermeister gewinnen?
Was wollen Sie bewegen in Freudenberg?

Als Bürgermeister möchte ich ganz einfache Dinge tun. Ich möchte dafür sorgen, daß unsere Schulen in Ordnung sind, und daß in den Ämtern nicht nur verwaltet, sondern auch beraten wird. Ich möchte mich darum kümmern, daß man überall instand gehaltene Straßen vorfindet und die Grünanlagen wieder einladend aussehen.
Außerdem habe ich vor, unseren Kommunalpolitikern auf die Finger zu schauen.

Freudenberg hat einen mittelalterlichen Stadtkern. Den zu erhalten und mit neuem Leben zu erfüllen, würde ich als meine Aufgabe betrachten.

Aber Freudenberg hat auch viele Ortsteile mit jeweils eigener Geschichte und eigenem Charakter. Ich denke, daß es an der Zeit ist, ein Zusammengehörigkeitsgefühl zu entwickeln: Holzklauer und Alcher, Bühler und Büscher, Bottenberger, Lindenberger und Heisberger, Oberfischbacher, Heuslinger und Niederndorfer, Dirlenbacher, Flecker und Plittershagener, Mausbacher und Hohenhainer. Nur zusammen sind wir stark.

Wie lange dauert Ihr Amt, wenn Sie die Wahl gewinnen würden? Wen würden Sie dann ablösen und nach wie langer Zeit?

Die Amtszeit des Bürgermeisters ist verlängert worden. Ich würde 6 Jahre, also bis zum Herbst 2015 im Amt bleiben und müßte mich dann erneut zur Wahl stellen. Ablösen würde ich Eckhard Günther, der seit 1999, also schon seit 10 Jahren im Amt ist.

*Die Journalistin Karina Gheorghe lebt in Temeswar/Timişoara.

Im Leben bekommt man mehr als nur ein Zeugnis ausgestellt. Erst in der Rückschau wird deutlich, welcher rote Faden sich durch die verschiedenen Bewertungen zieht.

“Wissen Sie eigentlich gar nicht, dass man heute nur mit Jesus Christus keine Kirche mehr führen kann?”

Dieser Satz besiegelte meinen Austritt aus der westfälischen Landeskirche und damit auch der Ev. Kirchengemeinde Freudenberg. Zuvor hatte ich mich beim Evangelischen Studienwerk um ein Stipendium beworben. Ich war denen aber zu altgläubig, und die waren mir zu unglaubwürdig.

Im Jahr darauf war meine Mitgliedschaft in der EKvW Geschichte.

Das Gutachten, das der längst verstorbene Freudenberger Pfarrer Bernd Steinseifer im Februar 1994 über mich abgab, beschreibt mich immer noch gut. Ich habe es kürzlich wieder in der Hand gehabt.

Mit Pfarrer Steinseifer unterhielt ich mich oft und lange. Über sein Feedback zu meiner Arbeit über den Siegerländer Gemeinschaftsverband – da war ich längst ausgetreten – freute ich mich besonders.

Hier kommt es als PDF:

Auch mein damaliger Englischlehrer, der viel mehr als nur Englisch zu vermitteln wusste, stellte mir ein Empfehlungsschreiben aus: “strikte Pflichterfüllung” heißt es darin und “geistige Wendigkeit und Kreativität”.

Mein Abitur legte ich im Winterhalbjahr 1993/94 ab. Immerhin mit der Durchschnittsnote 2,1. Zuvor hatte ich manch eine berufliche Erfahrung gesammelt.

Vieles erschließt sich erst in der Rückschau richtig. Meine dienstliche Beurteilung nach dem Eintritt in den öffentlichen Schuldienst weicht von all dem nicht ab: “hohes Engagement”, “sozial-integrativer Führungsstil”, das liest man gerne. Selbst in einem mir übel wollenden Zeugnis werden mir gute Arbeit in meinen Fächern & “Selbstbewusstsein und Verhandlungsstärke” bescheinigt. Das ist doch ein gutes Fundament für weitere Aufgaben.

Heute findet sich in der Siegener Zeitung ein Leserbrief, der beispielhaft für viele ähnliche Meinungsäußerungen ist. Ein Herr Reiner Bald aus Weidenau findet, Präsenzgottesdienste seien Ausdruck eines schwachen Geistes, denn die Gemeinschaft mit Gott sei an keinen Ort gebunden. Ich will die Doppeldeutigkeit und das Spiel mit der Beleidigung gerne übersehen, aber als Christ und Theologe muss ich dem Dogma von der Distanzbeziehung widersprechen.

Dass Leute, die nicht viel auf Gott geben, glauben, in Corona-Zeiten brauche man überhaupt keine Gottesdienste, verstehe ich. Umgekehrt ist es selbstverständlich, dass Christen, die alle Hoffnung und Zuversicht auf Gott setzen, gerade in Corona-Zeiten nicht auf Gottesdienste verzichten können und wollen, denn Gottesdienste sind nicht nur Ausdruck des christlichen Bekenntnisses, sondern auch Updates des in der Taufe erfolgten Setups.

Konkret, so hat es Luther formuliert, sollen wir durch tägliche Reue und Buße den alten Adam in uns ersäufen. Das kann keiner für sich allein. Dazu brauchen wir die Gemeinschaft untereinander, aber vor allem die leibliche Gemeinschaft mit Christus in der Feier des heiligen Abendmahls. “Personalpräsenz” ist der theologische Ausdruck dafür. Dabeisein mit Leib und Seele.

Mit anderen Worten: unser Gebet soll nicht äußerlich bleiben, nur mit dem Verstand gesprochen. Es schließt den ganzen Menschen mit all seinem Wesen ein. Gebet will gelebt, nicht nur gedacht sein.

Aus all dem ergibt sich: der Gottesdienst ist eine Lebensäußerung der Kirche, wo keiner mehr stattfindet, ist die Kirche tot.

So this is Christmas
And what have you done?
Another year over
And a new one just begun



Dear Friends,

Another Christmas, another year (almost) over. And what a year 2020 has been! COVID, Brexit, many an unexpected turn of events in each of our personal lives. I quit teaching at the College of Further Education in Olpe. In the end, the situation there wasn’t tolerable any more. Next year I’ll start at a secondary modern school in Siegen.  Is there a chance to do something completely different in life? Let’s see.

Faith in God is what counts the most. God never sits down and folds his arms. Neither should we. The birth of Christ assures us that God has a plan for us and all his creation. Our Saviour is born, Christ our Lord and King. We, therefore, need not be afraid. God can do, to paraphrase the advert of a major broadband provider. All we have to do is trust in the Lord.

It’s not so important what we have done this year, it’s more important that we’re free to give it another go in 2021.

In this spirit, I wish you all a very merry Christmas and Prosperous New Year 2021.

Rainer

Es ist also wieder Weihnachten.
Wie ist es uns denn ergangen seit dem letzten Mal?
Wieder ein Jahr vorbei, und ein neues, das gerade anfängt.
Also wieder mal Weihnachten.

Liebe Leser,

dieses Jahr ist kein gewöhnliches Jahr gewesen. Mit der Pandemie ist uns ein Spiegel vorgehalten worden. Das Jahr hat begonnen wie immer, es wäre gelaufen wie immer, und dann wäre wieder Weihnachten gewesen, wie immer.

Es ist wieder Weihnachten, aber nicht wie immer. Ich weiß nicht, ob die Pandemie irgendeine Botschaft an uns ist. Aber ich habe die Pandemie als nachdrückliche Erinnerung an die Endlichkeit Zeit erfahren. Die Zeit ist kostbar, und am besten füllen wir sie mit Besonderem. Es hat sich vieles verändert, aber die Folgen all der Veränderungen sind meist noch unscheinbar.

Möge das kommende Jahr 2021 ein besonderes Jahr werden. Kein Jahr, für das man sich am Anfang Glück wünscht und gute Vorsätze fasst, und das dann so wird wie jedes andere Jahr auch.

Rainer

Sehr aufschlußreich fand ich einen Feature das Leben von Schwester Christine Killies. Die Diakonisse ist Oberin der diakonischen Einrichttung Friedenshort in Freudenberg. Sie berichtete, es sei ihr eigener Entschluss gewesen, Diakonisse zu werden, und dass zum Leben einer Diakonisse Gehorsam gehöre: Verbundenheit mit Gott, Ehelosigkeit und die Verpflichtung, das Wohl der Gemeinschaft über die persönlichen Wünsche zu stellen.

All das las sich wie aus der Zeit gefallen, und Schwester Killies selbst war überzeugt: “Gott wolle Neues machen.”

Wer auf Instagram unterwegs ist, stößt auf Pastorin Josephine Teske. Die “Lebensliebhaberin” (so beschreibt sie sich) gehört zu “yeet”, dem Influencer-Netzwerk der EKD. Alles muss neu ist auch ihr Leitspruch, etwa wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht – und auch um Sex vor der Ehe. Die alleinerziehende Mutter glaubt, die Kirche dürfe nicht an veralteten Themen festhalten, sondern müsse sich Neuem öffnen. Von Wahrheitssätzen will sie weg: Man müsse doch verstehen, in welcher Zeit die Bibel entstanden sei und was wir heute wissen, über den weiblichen Körper etwa. Bei mir ist Gott eine Frau, sagt sie. Dass die EKD ein Schiff ins Mittelmeer geschickt habe, sei eine klare Botschaft und besser als alte Bekenntnisse nachzubeten.

So viel Neues überforderte vor rund einem Jahr den Präses der Siegerländer Pietisten. Manfred Gläser trat aus der Landeskirche aus, weil er nicht glauben wollte, dass Gottesbilder relativ seien. Besonderen Anstoss hatte er an den neuen Einsichten von Pfarrerin Mirjam Klein genommen. Diese fand, dass man in religiösen Fragen oft leichter sagen könne, woran man nicht glaube, etwa dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen habe, oder dass Maria noch Jungfrau war.

Die Amtskirche richtet ihr Glaubensangebot derzeit neu aus. Zukünftig will sie laut ihrer neuen elf Leitsätze die christliche Gemeinschaft für “nicht Etablierte” öffnen und “im Verbund mit nichtreligiösen Überzeugungsträgern” eine offene Gesellschaft stützen und die Politik kritisch begleiten.

Für mich als amtskirchenfernes Nichtmitglied stellt sich die Frage, ob die EKD denn auch bei der Finanzierung neue Wege gehen will oder doch lieber am etablierten Kirchensteuereinzugsverfahren festhält.

Ganz klar: Halloween hat nichts mit Kelten oder Satanismus zu tun. Trotzdem lehnen vor allem amtskirchliche, aber auch freikirchliche Kreise das Fest rigoros ab. Warum ist das so?

Die Antwort überrascht nur im ersten Moment: Angst!

Halloween in der Burgstraße 6

Zunächst ein bisschen Wissenschaft: Die Kelten siedelten einst in ganz Europa, nicht nur auf den britischen Inseln. Belege für ein keltisches Totenfest Ende Oktober gibt es keine, und nirgendwo gibt es Sitten und Gebräuche, die sich auf ein keltisches Totenfest zurückführen lassen. Jedoch gibt es im gesamten ehemaligen Siedlungsgebiet der Kelten Traditionen, die sich auf christliche Allerheiligenbräuche zurückführen lassen. Rübengeister und Heischebräuche sind weit verbreitet. Jack O’Lantern zum Beispiel, der mit einem glühenden Stück Kohle in einer ausgehöhlten Rübe zwischen Himmel und Hölle herumirrt (in der Neuen Welt wurde aus der Rübe ein Kürbis), entstammt so offensichtlich christlicher Vorstellungswelt, dass sich jede Diskussion über Kelten verbietet. Halloween (Allerheiligenabend) ist also nicht nur dem Namen nach ein christliches Fest. Aber woher kommt die Ablehnung mancher Kirchen?

In den USA lehnen vor allem evangelikale Kreise das Fest ab. Sie haben heute großen politischen Einfluss und propagieren ein streng dualistisches Weltbild: Halloween, Rockmusik und sexuelle Freizügigkeit sind für sie Versuchungen des Teufels und führen zum Verfall der guten Sitten. Seit einiger Zeit warnen sie vor Kindesmissbrauch und Kindesentführung zu Halloween und auch vor vergifteten Süßigkeiten und mit Rasierklingen gespickten Äpfeln. Wer Halloween feiert, huldigt dem Teufel, sagen sie und fürchten sich vor dem Verlust ihres politischen und kulturellen Einflusses.

Die Angst vor Bedeutungsverlust treibt auch die hierzulande wie Behörden organisierten Amtskirchen um. Sie warnen vor kommerziellem Humbug, fürchten um das besinnliche Totengedenken und klammern sich an das Privileg gestzlicher Feiertage. Damit propagieren sie ebenfalls einen dunklen Dualismus, ganz ähnlich wie die Evangelikalen in den USA.

Aus Angst vor Bedeutungslosigkeit mauern sich Evangelikale wie Amtskirchen immer weiter ein. Dabei ist die Frage, Halloween oder Allerheiligen bzw. Reformationstag?, irreführend, denn es handelt sich nicht um Gegensätze. Die historischen Wurzeln sind dieselben, im Laufe der Zeit haben sich die Feste nur auseinanderentwickelt.

Für die Kirche wäre es an der Zeit, den falschen Dualismus aufzugeben und wieder allumfassender, also im ursprünglichen Sinne katholischer zu werden.

Links

“Wunder gibt es immer wieder”, sang Katja Ebstein 1970. “Heute oder morgen können sie geschehen.” Warum auch nicht? Man muss nur hinschauen! Doch leider haben viele das verlernt. Pessimismus mit wissenschaftlichem Anstrich verstellt ihnen den Blick auf das Alltägliche: “Wunder gibt es immer wieder.”

Das Leben ist keine kleinliche Aufrechnung von Zwangsläufigkeiten, sondern so wunderbar und erstaunlich wie sein Schöpfer, der es jeden Tag erneuert und erhält. Gott lässt sich von uns nicht lenken und nicht leiten, sondern er lenkt und leitet uns. Das hätten viele gerne anders.

Ziel aller wissenschaftlichen Forschung, nicht nur der naturwissenschaftlichen, ist die Anwendbarkeit. Man will Pänomene verstehen, beschreiben und sie dadurch beherrschen. Ein Flugzeug, das nur in aller Regel fliegt, taugt nichts. Formulierte Naturgesetze bieten Sicherheit. Aber ein Arzt weiß sehr wohl, dass ein Mensch und seine Krankheit nur individuell behandelbar sind. Ein Arzneimittel für ein Leiden angewendet bei allen Patienten taugt nichts.

Als Theologe weiß ich vor allem eins: Gott ist völlig souverän in seinem Handeln. Man kann ihn nicht auf Gesetzmäßigkeiten festlegen noch als zum Lückenbüßer für Ausnahmefälle machen. Er lässt sich nicht erforschen, beschreiben und beherrschen.

Was wir über Gott wissen, wissen wir, weil er sich uns in Christus offenbart hat. Wir wissen genug, um uns ganz auf ihn verlassen zu können. Aber wir sind nicht schlauer als Gott, wir können unser Leben nicht alleine beherrschen und zur vollen Entfaltung bringen, nicht ohne Gott. Wir können auch keine Deals mit ihm machen. Wir können und sollen aber alles von ihm erbitten. Gott allein ist der Urheber der Regeln und Gesetze, und allein für ihn sind sie zur Gänze nutz- und anwendbar. Die Wunder in der Bibel offenbaren das, und Wunder gibt es immer wieder, auch heute und morgen noch.

Start.SEPT

Manifesto

No doubt, I’m somewhat rebellious, and I’ve got my very own sense of  justice. So I started a trip into local politics. I returned with no job but lots of experiences. and the truth remains: I’m no man of the establishment.

My principles are conservative: upholding honesty, contributing to society, rejecting unnecessary supervision and control, practising common sense in financial matters and standing up for personal independence and free speech.

+++

KrStr04
Rat.Aula2009

#Typ
Als Mensch und Politiker möchte ich kein Mitläufer sein. Charakterbildung ist nicht immer einfach, aber unerlässlich, und Rückschläge und Niederlagen gehören dazu. Dann heißt es, Abstand von sich selbst zu gewinnen, aber dran zu bleiben. In der Vergangenheit zu schwelgen bringt keinem was – und das ist auch weder männlich noch konservativ.

#Konservativ 
Ich bin konservativ, weil mir mehr am Erhalt als am Umbruch liegt.

#Freiheit
Jeder soll sich unabhängig von nationalen Stereotypen selber verwirklichen können. Es gilt, sich zu arrangieren, nicht sich anzupassen.

#Politik
Den Mund aufmachen, Freiheit nutzen und Freiheit verteidigen ist mir Grund genug, politisch mitzureden. Weil Freiheit aber auch zu Zügellosigkeit und Bevormundung verkommen kann, ordne ich meine dem christlichen Gewissen unter. Konkret heißt das: Freiheit ist für mich kein Egotrip; Verantwortung und Umsicht gehören dazu.

#Europa
Ich wünsche mir mehr Demokratie und Zusammenhalt in Europa. Kulturräume sind mir wichtiger als Nationalstaaten.

#Demokratie
Demokratie bedeutet für mich: mitmachen, egal ob Mainstream oder nicht.

#Asyl
Derzeit ist unser Asylrecht ausgehebelt. Wir bezahlen viel Geld an die Türkei, und damit an Recep Tayyip Erdoğan, einen islamistischen Tyrannen, der über Leichen geht, um potentielle Antragsteller von uns fernzuhalten. Das ist menschlich schäbig und politisch verantwortungslos. Das Geld ist besser angelegt, um in Europa einheitliche Asylstandards zu gewähren, samt Unterbringung und allen Sozialleistungen. Ansonsten kommt es immer mehr zu einem Überbietungs- bzw. Unterbietungswettbewerb, an dem die EU zerbricht.

#Menschenrechte
Menschenrechte sind universell gültig, aber nicht universal durchsetzbar. Ihre Geltung verlangt Einsicht und Selbstverpflichtung. Für uns heißt das, Menschenrechte niemals infrage zu stellen, sondern glaubhaft dafür zu werben.

#Integration
Es geht nicht um Assimilation oder Diskriminierung, sondern um Respekt oder Arroganz.
Wer dazugehören will, integriert sich; wer nicht dazugehören will, lässt es. Am Ende hat keiner Grund, sich zu beschweren.
Wer nicht dazugehören will, diskriminiert sich selber.

#Bürgermeister
Ein guter Bürgermeister ist nicht der Boss, sondern der Hodscha. Er erkennt Probleme und schlägt Lösungen vor. Entscheiden muss der Rat.

#Glaubensfragen
Es ist ein Zeichen des Respekts, Unterschiede in Glaubensfragen zuzulassen und Gegensätze nicht zu vertuschen. Die Bereitschaft zur inhaltlichen Auseinandersetzung sagt viel über die eigene Glaubwürdigkeit aus. Bashen – sich selbst und andere – kann jeder.

#Ehe und Familie
Bei aller Toleranz, aber den Lutheraner kann und will ich nicht verleugnen. Für mich ist eine Ehe, was Gott zusammenfügt. Sie ist Ausdruck von Schutz und Geborgenheit für die Liebe von Mann und Frau.

+++

Start.SEPT.D1
Carport.08.15

+++

Bobe.09
Aldi09
Bahnhofstr. 2009

+++

Demo

“Gott straft uns”, äußern die üblichen Verdächtigen vorschnell. Gott verursache die Pandemie, weil einfach zu vieles falsch laufe bei uns. Im Gegensatz dazu findet der Vorsitzende der römisch-katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, die Corona-Krise habe das Zeug zum “Glücksfall der Geschichte”. Was stimmt denn nun, oder ist die Frage falsch gestellt.

Es ist so selbstverständlich geworden, für alles eine rationale Erklärung zu erwarten: Wie kommt das, was ist die Ursache? Ich bin mir aber völlig sicher, dass Gott weder die Strafprediger noch Herrn Bätzing um Rat gefragt oder sie in seine Pläne eingeweiht hat. Deshalb sind ihre Erklärungen alle wohlfeil. Weder die einen noch die anderen können den Grund der Pandemie oder die Absicht dahinter erklären. Im Brief des Jakobus (5:11) heißt es: “Von der Geduld Hiobs habt ihr gehört und habt gesehen, zu welchem Ende es der Herr geführt hat; denn der Herr ist barmherzig und ein Erbarmer.”

Auch wenn Luther den Jakobusbrief “stroherne Epistel” genannt hat, in Krisenzeiten erweist sich sein Gewicht. Während Rationalisten auf Erklärungen aus sind und Romantiker nach Erleichterungen streben, erinnert Jakobus an die christliche Tugend der Geduld. Auch im Psalter ist davon die Rede: “Sie hofften auf dich und wurden nicht zuschanden (Psalm 22). Geduld im jüdisch-christlichen Sinne ist aber keine stoische Ruhe, im Gegenteil! In die Geduld mischen sich Klage, “mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?” und Zuversicht: “Gott ist unsre Zuversicht und Stärke, eine Hilfe in den großen Nöten, die uns getroffen haben.” Diese Glaubensgwissheit findet sich in Psalm 46. Martin Luther machte daraus das bekannte Kirchenlied “Ein feste Burg ist unser Gott“. Es entstand in einer Zeit der Krise.

Schlechte Zeiten rücken uns neu ins Bewusstsein: Aufgabe der Kirche ist es nicht, nach rationalen Erklärungen zu suchen oder romantischen Kitsch zu predigen. Aufgabe der Kirche ist es, aus Glaube, Liebe und Hoffnung zu leben. Das Ausharren und Mitleiden mit allen, die in Kristenzeiten leiden. Darin drückt sich die Zuversicht des Glaubens aus, im Großen wie im Kleinen: „Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein“ (Offenbarung 21:4).

Aus dieser Zuversicht erwachsen neue Möglichkeiten, neuer Respekt vor der Heiligkeit Gottes, um die es den Strafpredigern geht, eine neue “Kultur von Achtsamkeit und Verbundenheit”, auf die Bätzing setzt, und ein neues Herangehen in der wissenschaftlichen Forschung. Vielleicht auch neue Einsichten und politische Klugheit für jene, die es in Staat und Gesellschaft in Spitzenpositionen drängt. Man soll die Hoffnung jedenfalls nicht aufgeben.