Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass unter der Hand ein neues Menschenbild entstanden ist. Der ungebändigte, weil ungeimpfte Mensch, der ist vielleicht ansteckend, und deshalb muss er beharrlich mit vielen Tests dingfest gemacht werden. Daneben gibt es den gebändigten Menschen, der geimpft ist, und dem seine eigene Infektiosität nichts mehr anhaben kann. Nur der gilt als gesellschaftlich geläutert und anerkannt.

Der Mensch ist plötzlich nicht mehr Ebenbild Gottes, sondern eine Urgefahr: problematisch, gefährlich ansteckend, klimaschädlich. Nur mit der Wissenschaft ist ihm beizukommen. Leute, die solch ein Menschenbild vertreten, echauffieren sich in aller Regel über die bisherige christlich-abendländische Anthropologie.

Die Siegener Lutheraner feierten am 19. September 2021) ihr hundertjähriges Gemeindejubiläum. Aus diesem Anlass war Bischof Hans-Jörg Voigt DD nach Siegen gekommen, um in der St.-Christophorus-Kirche die Festpredigt zu halten. Bischof Voigt verglich die Kirche mit einem Botschaftsgebäude und spielte damit nicht nur auf die Diasporasituation der heimischen Lutheraner an: „Eure Gemeinde und Kirche sind eine Botschaft des Reiches Gottes in dieser Zeit und Welt.“

Die Ewigkeit habe schon angefangen, als Jesus am Kreuz ausrief: „Es ist vollbracht!“

Während das Virus im Lande schon länger bestehende Konflikte aufbrechen lasse und besonders junge Menschen Naturveränderungen als Bedrohung erlebten, sei es tröstlich zu wissen, „dass nicht wir die Welt erlösen müssen. Das tut Gott. Gott rettet die Welt“, so der Bischof, der seine Predigt so beendete: Hier in eurer Gemeinde, deren 100. Geburtstag wir heute feiern, und in dieser Kirche kommen deine Beziehungen wieder in Ordnung und die Angst vor der sich verändernden Natur wird klein, weil Gott hier wohnt.

Der Predigt schloss sich die Feier des Heiligen Abendmals an. Nach dem Gottesdienst gab es auf dem Kirchengelände ein gemütliches Beisammensein mit Bratwurst, Salaten und Getränken, später auch Kaffee und Kuchen.

Zum Hintergrund:

Ca. 1570 wird das Siegerland unter Graf Wilhelm dem Reichen lutherisch. Allerdings wird schon 50 Jahre später das reformierte (calvinistische) Bekenntnis eingeführt. Ausschlaggebend waren keine konfesionellen Überlegungen, sondern Macht und Politik. Als Folge dessen sind die meisten evangelischen Kirchengemeinden des Siegerlandes noch heute reformiert und gehören zur westfälischen Landeskirche, die wiederum eine Gliedkirche der EKD ist.

Vor etwas über 100 Jahren trifft sich ein kleines Häuflein Lutheraner zunächst noch in Privathäusern, doch schon 1920 werden sie von einem Pfarrer der Kölner St Johannis-Gemeinde betreut, und es kommt zur Gründung einer lutherischen Gemeinde, die kurze Zeit später im Vereinshaus Hammerhütte Unterkunft findet. Die Gemeinde wächst. 1971 wird die St. Christophorus-Kirche im Siegener Stadtteil Numbach errichtet.

Die Siegener Gemeinde gehört zur Selbständigen Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), die keine Freikirche, sondern eine konfessionelle Minderheitenkirche ist. Anders als die multikonfessionelle EKD nimmt die SELK einen betont lutherischen Standpunkt ein. Das Selbstverständnis der SELK ist ökumenisch, also im besten Sinne des Wortes katholisch, orthodox und evangelisch.

Weiterführende Links:

Wie vieles andere auch hat die für mich so schwer fassbare Pandemie klar und deutlich gezeigt, was für eine Art Gesellschaft wir sind: eine sehr mutlose, mit wenig Zusammengehörigkeitsgefühl und wenig Solidarität untereinander. Kaum einer ist wirklich vererdet, trotzdem halten sich die meisten für grün, aber im Grau der Masse fühlen sie sich am wohlsten.

Politiker machen mobil, nicht gegen Korruption und Unehrlichkeit, sondern gegen Randgruppen und Individualisten, die sich nicht vor jede Karre spannen lassen. Diesmal gehöre ich auch dazu: “Hütet euch vor den Ungeimpften, denn sie sind ansteckend und das Spike-Protein wächst aus ihren Nasen.”

Der neueste Einfall: Ungeimpfte sollen nicht mal mehr Bahnfahren dürfen. Zu unserem eigenen Schutz, versteht sich. Schon klatschen die ersten Beifall: “Guckt mal, ich darf aber noch mitfahren, ich bin schließlich zweimal geimpft.”

Drittgeimpft, viertgeimpft, Impf-Abo. Je mehr solchem Treiben nachgegeben wird, desto absurder werden die Forderungen. Nur wenige gestehen sich ein, im falschen Zug zu sitzen und springen rechtzeitig ab. Die meisten bleiben einfach sitzen, obwohl auch sie längst begriffen haben: die Freiheit ist nicht das Ziel.

Letzten Endes kommt es aber nicht darauf an, überall dabei zu sein, sondern seine Selbstachtung nicht zu verlieren. Wer dafür Benachteiligungen in Kauf nimmt, ist wirklich frei. Ich jedenfalls habe keine Lust, mich nach irgendwelchen Bully Boys zu richten. Damit meine ich zuerst skurellosen Politiker, die einem Keil zwischen die Leute treiben, dann aber auch Mitläufer, die glauben, sie bekämen dafür den Kopf getätschelt.

Wie so oft im Leben muss man sich entscheiden.

Im Siegerland prangen neben dem von Volkmar Klein (CDU) die Konterfeis von Luiza Licina-Bode (SPD) und Henning Zoz (AfD). Selbstverständlich wollte ich von allen Drei wissen, wo ich als eigenständiger, selbst denkender Mensch bleibe. Herrn Klein (CDU) war ich keiner Antwort wert: no answer was the firm’s reply. Frau Licina-Bode (SPD) antwortete mir zwar, bat mich aber, sie damit nicht zu zitieren, da sich ihr Sinn, Zweck und Reichweite meiner Seite nicht erschließe. Als einziger war Henning Zoz (AfD) bereit, meine Frage zu beantworten und sich damit auch zitieren zu lassen.

Hier zunächst meine Frage an Frau Licina-Bode und Henning Zoz:

“Ihr Bild prangt überall, kein Zweifel: Sie kandidieren hier. Bei dieser Wahl treiben mich viele Fragen um, aber eine gewinnt immer mehr an Bedeutung, daher schreibe ich Ihnen heute. Ich werde, ungeachtet der Partei, der Kandidatin oder dem Kandidaten meine Erststimme geben, der allen Bürgern unseres Landes, gleich welcher Herkunft, welchen Impf- oder Familienstatus und gleich welcher Konfession oder Weltanschauung dieselben Rechte zuerkennt. Das Gleichheitsrecht ist für mich kein abstrakter Begriff, sondern ein unaufgebbares Grundrecht. Daher meine Frage: Wie stehen Sie dazu, und werden Sie sich dafür einsetzen, dass es in Deutschland keine Impfapartheit gibt?”

Es folgt die Antwort von Henning Zoz:

“Lieber Herr Beel,

ich müsste Ihnen ansich übel nehmen, dass Sie mir so eine Frage überhaupt stellen. (…)

Wir sind Menschen. Menschen beantworten Ihre Frage mit JA. Jetzt wissen Sie auch, warum ich m. E. völlig zu Recht behaupte, dass unsere Gesellschaft im Zusammenhang mit dem Corona-Überreaktionsirrsinn unmenschlich und grausam geworden ist. (…) Die Halbwertszeit der Unvorstellbarkeiten ist auf Stunden heruntergebrochen. Letzte Klage nebst Eilantrag letzte Woche Montag, nächste Klage nebst Eilantrag Heute.

Tatsächlich war und ist das auch so im Zusammenhang mit dem Klima-Irrsinn. Hier bleibt das nur besser versteckt. Auch Klimawandel leugnet niemand, nur anhalten werden wir auch den nicht. Am Ende dürfte man die These wagen: Ideologie lehnt Kompromissbereitschaft ab, Ideologie ist daher unmenschlich und kann sehr sehr grausam sein. Für ein Windrad können Sie jeden Baum fällen und für ein Elektro-Auto sämtliche Kinder in Afrika schuften lassen.”

Drei Kandidaten habe ich gefragt, aber nur eine Antwort habe ich zur Veröffentlichung bekommen. An dieser Stelle wollte ich aufhören, weil jeder sich dazu seine eigenen Gedanken machen muss. Letztlich erschien mir aber so ein Schluss allzu unfertig. Daher doch noch ein Schlußgedanke von mir:

Wer in die Politik geht, sollte nicht nur einen eigenen Standpunkt haben, sondern ihn auch vertreten wollen. Was nutzt die beste Absicht, wenn sie immer hinter anderen Überlegungen zurückbleiben muss? Man kann falsch liegen, man kann eine Minderheitenposition vertreten, aber immer nur auf Mehrheiten und den eigenen Platz in einer Partei oder Gesellschaft zu schielen, ist zu wenig für ein Mandat.

Ich empfinde die Stimmung bei uns derzeit als bedrückend und bedrohlich. Es geht nicht allein um Rechte, es geht auch um Werte, und es geht um Charakter. Ich wünsche mir keine uniforme, gesichtslose Gesellschaft. Ich wünsche mir eine streitbare Gesellschaft, mit Respekt vor der Meinung des anderen, auch wenn man dessen Einstellungen nicht teilt, vielleicht sogar verurteilt. Deshalb sollten wir jedem einen aufrechten Gang und ein gesundes Rückrat wünschen. Solidarität heißt nicht, andere zu vereinnahmen, sondern sich gegenseitig zu unterstützen. Eine Gesellschaft von Ja-Sagern ist eine Nicht-Gesellschaft, eine Gruppe von Leuten, die nicht mal mehr miteinander streiten können. Der eine ist dem anderen völlig egal.

Robert Habeck from the German Green Party says people who refuse vaccination are lazy. Facebook and Google applaud. They’ve made it mandatory for their employees to get the jab: no vax, no job. For Robert Habeck, it’s no vax no rights.

I told you that Facebook blocked my website. They don’t want people like me to tell you that the whole idea of mass and compulsory vaccination is a deeply neoliberal concept.

For the most vulnerable, economically speaking, it’s hardest to defend themselves. No job, no rights unless you do what you’re told.

Wake up, everyone!

Sehr geehrter Herr Klein,

am Sonntag, dem 26. September finden Wahlen zum deutschen Bundestag statt. Sie gehören dem Bundestag bereits an und bewerben sich erneut um ein Mandat. Ihr Wahlkreis ist der Kreis Siegen-Wittgenstein, in dem ich lebe. Ich wohne in Freudenberg.

Derzeit befinden wir uns noch immer in einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite. Diese gilt noch bis zum 11. September und geht mit einer Vielzahl von Grundrechtseinschränkungen einher.  Der Bundestag muss nun bald darüber beschließen, ob diese Lage über den 11. September hinaus fortgeführt wird, was dann zu weiteren Grundrechseinschränkungen führt und, so ist der Presse zu entnehmen, die Bevölkerung in Geimpfte und Ungeimpfte unterteilt, die jeweils unterschiedlich behandelt werden. 

Mein Wahlprüfstein ist folgender: ich werde dem Abgeordneten und der Partei meine Stimme geben, die allen Bürgern unseres Landes, gleich welcher Herkunft, welchen Impf- oder Familienstatus, gleich welcher Konfession oder Weltanschauung dieselben Rechte garantiert. Das Gleichheitsrecht ist für mich kein abstrakter Begriff, sondern ein unaufgebbares Grundrecht.

Daher meine Frage: Wie stehen Sie dazu, und wie werden Sie sich entscheiden? Auch wäre ich Ihnen dankbar, wenn Sie mir mitteilen und begründen würden, wie Sie sich zuletzt in dieser Frage entschieden haben.

Meine heutige Mail an Sie veröffentliche ich auf meiner Website, da ich davon ausgehe, dass nicht nur ich meine Wahlentscheidung an die Beantwortung dieser entscheidenden Frage knüpfe. Ich würde auch Ihre Antwort veröffentlichen, es sei denn, Sie wünschen das ausdrücklich nicht.

Mit freundlichen Grüßen,

Rainer Beel

Antwort: keine

In Germany, there’s currently a debate on how to make life more miserable for those who refuse vaccination. The latest idea is to put them under moral pressure to make them feel very bad about themselves. They lack solidarity, the government says. They stand in the way of others who want to enjoy their freedoms again. I can’t help thinking, political self-interest is favoured over the interest of the entire society here.

So what about solidarity and freedom, are these allegations really true?

Solidarity, to start with, is not obedience; it’s not about doing what you’re told to do. In fact, solidarity is about speaking up for the rights of others just as much as you want them to stand up for yours. Be strong, and help others to grow strong. This way, you show a lot of respect and the utmost solidarity.

Let’s talk about freedom next. ‘We want our freedoms back!’ is a phrase you hear a lot recently. But back, from whom? Of course, freedom is something you can easily lose because of your own misbehaviour and misconduct but can you gain it? The answer is no! Be as disciplined, hard-working and nice as you like: freedom won’t come from it. You simply can’t achieve it, you can only live it. You see, freedom is nothing you can buy and save. Freedom is a gift that becomes more accessible the more you use it.

To sum it up, it’s never a good idea to try and intimidate people.

Help them make their own choices, that is the only way forward. There are simply no deviant ethics for deviant times, at least not for decent people. 

Vorab, ich schreibe hier über meine Entscheidung, an der man sich orientieren kann oder nicht. Jeder muss seine eigene Entscheidung treffen, die Verantwortung für sich selbst nimmt einem keiner ab.

Warum also lasse ich mich nicht impfen? Die Antwort lautet: aus Gründen der politischen Ethik. Ich bin kein Arzt, urteile also nicht als Mediziner, aber ich habe mich mit einer befreundeten kurdischen Ärztin mehrmals ausgetauscht. Auch sie wird sich nicht gegen COVID-19 impfen lassen, aus gut begründeter Angst vor Neben- und unerwünschten Langzeitwirkungen. Mit der Infektion hat sie Erfahrung, beruflich wie persönlich: sie ist genesen.

In Deutschland und anderswo versuchen zunehmend Politiker und Verbandsfunktionäre das Meinungsbild zu bestimmen. Gegenmeinungen werden als Verschwörungstheorien, Sondervoten oder blanker Unsinn, wenn nicht gar als rechtsradikal abgetan. Das ist weder demokratisch noch wissenschaftlich, denn Demokratie und Wisssenschaft leben vom Diskurs: von der Rede und Gegenrede, von Beweisen und Gegenbeweisen bis vorläufig eine mehrheitsfähige Übereinkunft gefunden worden ist. Bei COVID-19, so sagen diese Politiker, ist es anders: die einen haben einfach recht, die anderen sind völlig im Unrecht. Ich bin Theologe, die Begriffe für diese Haltung in meiner Disziplin sind Rechtgläubigkeit (Orthodoxie) und Ketzerei (Häresie).

Von Orthodoxie und Häresie zu sprechen macht Sinn, immer wenn es um Weltanschauung und Bekenntnis geht. Ich z. B. bekenne mich zur Dreifaltigkeit, zur Augsburger Konfession und zur Ehe als Schutz der Liebe zwischen Mann und Frau. Aber ganz ausdrücklich bekenne ich mich NICHT zu irgendeiner staatlich vorgeschriebenen Moral und zu staatlich gesetzten Glaubens- und Herrschaftsansprüchen. Ich bin schließlich kein Mitglied einer staatlich bevorzugten Amtskirche! Meiner christlich-lutherischen Grundüberzeugung widerspricht es, wenn der Staat sich als Hüter der Wahrheit und eine Kirche oder Moscheegemeinschaft sich als Speerspitze der gesellschaftlichen Ordnung aufspielt. Die Freiheit des Einzelnen, das ist meine Grundüberzeugung als lutherischer Christ und Demokrat, endet erst dort, wo die Freiheit meiner Mitmenschen anfängt.

Ich bin bereit, eine Maske zu tragen, um meinen Nächsten zu schützen – oder ihm zumindest dieses Gefühl zu geben, auch wenn ich den Sinn der Maske bezweifle. Ich bin bereit, für meine Mitmenschen staatliche Restriktionen zu erdulden, auch wenn ich deren Ziel verurteile. Aber ich bin NICHT bereit, Mobbing und Druck nachzugeben, wenn ich dadurch meine eigene Freiheit verliere. Je mehr der Staat mir droht, desto entschiedener verteidige ich meine Freiheit und Selbstbestimmung.

Kurzum: die “Freyheith eines Christenmenschen” (Luther) nehme ich ganz selbstverständlich für mich in Anspruch. Oder: ich lasse mich nicht impfen, weil ich mich nicht mobben lasse. Es mag wohl sein, dass ich dadurch zum Ärgenis für manche werde, aber zum Leben gehört das Gebasht-Werden und Aufstehen.

Politiker mögen mir drohen, mich zum Feind erklären und ihre Mitläufer mobilisieren. Impfen lasse ich mich deswegen nicht, jedenfalls nicht freiwillig; vielleicht unter Zwang, aber dann nur körperlich, niemals aus Überzeugung.

Warum ich mich nicht Impfen lasse? Ich hab’s erklärt. Warum lasst ihr euch impfen?

Gestern im Fernsehen: eine Reportage über sogenannte “Impfverweigerer”. Warum wollen sich einige nicht impfen lassen, zumindest derzeit noch nicht? Die mitgelieferte Erklärung ganz einfach: sie sind desinformiert, manipuliert und verunsichert. Sie haben Angst mit Mikrochips geimpft oder gar vom Staat getötet zu werden. So einfach ist das, und so dumm.

“Kritisch, investigativ und unerschrocken”, formuliert die Redaktion ihren Anspruch, und doch produziert sie einen Beitrag, der Menschen in aufgeklärt und verwirrt, in verantwortungsbewusst und leichtsinning spaltet. Null Respekt vor der Haltung der anderen. Deren tatsächliche Motive sind nicht mal eine Erwähnung wert. Dass sich diese auch gut informiert haben und zu einem anderen Entschluss gekommen sind: undenkbar. Die eigene Sicht ist richtig und gut, die der anderen unhaltbar und schäbig. Am Ende geht es nicht um Ethik und Moral, sondern um Zwang und Gruppendruck. Aufklärung kann immer nur den Weg in eine Richtung weisen. Wer sich anders orientiert, verweigert sich und gehört ausgegrenzt. Man kann ihn bedauern, aber man darf ihn auf keinen Fall ernst nehmen. Schließlich wäre das eine Bedrohung für die eigene Überzeugung, und die ist doch absolut. Null Toleranz, null Respekt. Wer nicht will, den muss man zwingen.

Die Diskussion über einen Impfzwang passt in die Zeit: Schonvermögen, Reichensteuer, Kindergeld, Kinderlosenabgabe, alte weiße Männer, aufgeweckte Intelligenz, Sexismus, Rassismus, Sprachregelung: immer geht es darum, andere könnten mehr haben als man selbst, und sei es nur die Freiheit der eigenen Entscheidung. Kränkungen gelten als überfällig und gerecht, und leider sind Parteipolitiker und Volkskirchenvertreter, die es schon immer gewusst haben wollen, ganz vorne mit dabei. Die Selbstgerechten sehen nun ihre große Stunde gekommen und appellieren als die Guten an die Solidarität und den Gemeinsinn der Bösen. Aber kann das funktionieren: schwarze Pädagogik, Leute dissen, um sie solidarisch zu machen? In der Geschichte hat das noch nie funktioniert. Am Ende ist immer der völlige Zusammenbruch gewesen.

In the pandemic, I regularly strolled around Siegen. It’s inspiring to see old things new, and it offers you a chance to realign with yourself and your surroundings. Here are some impressions from Ascension Day 2021.