Early February I came again to Oostende. I really love the town, the many memories, the sea, the colours and, of course, the great Belgian beer.
Did you know that Madame Blavatsky, the legendary occultist and spirit medium, wrote parts of her book ‘The Secret Doctrine’ here?

In late autumn, when every light has a shadow, a stroll around London is especially intriguing. I walked the streets on All Saints’ Day and even took a nice boat trip on the River Thames. I got a number of very new impressions and like to share them with you.
Here they are – some of them. Have a look!

Monster, Kirche, Fegefeuer

Halloween und seine christlichen Ursprünge

von Rainer Beel und Dr. Jeffrey Myers

Hallo10.c
Es wird geliebt oder gehasst, aber nur selten verstanden. Was ist das für ein Fest, über dessen Herkunft man so wenig weiß? Fakt ist: Halloween ist weder ein Konsumfest noch stammt es aus Amerika. Vielmehr geht es geht zurück auf alte europäische Allerheiligenbräuche, in den USA ist nur groß rausgekommen. Jetzt ist es wieder da, und es erfüllt sogar einen sozialen Zweck.

Was hat es mit Halloween auf sich?

Die Menschen im mittelalterlichen England und auch in anderen katholischen Ländern glaubten, dass über Allerheiligen und Allerseelen die Toten noch einmal für zwei oder drei Tage aus dem Fegefeuer zurückkehren würden, um ihre Angehörigen um Fürbitte zu ersuchen. Früher begann der neue Tag nicht Punkt Mitternacht, sondern abends. Deshalb kommt der Nikolaus auch heute noch in vielen Gegenden am Vorabend des 6. Dezembers, und jeder weiß, dass Weihnachten mit dem Heiligen Abend beginnt. Das Wort ‘hallow’ kommt vom altenglischen ‘halga’ (Heiliger) und mit e’en sagte man zum Vorabend eines Feiertages. Vom Mittelalter bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts gibt es kein Anzeichen dafür, dass man in Halloween etwas anderes sah als den Abend, an dem die Glocken den Gedenktag der Heiligen einläuteten. Erst danach, mit der Romantik, traten Geister, Hexen und Feen auf den Plan. Heute ist Halloween ein Fest der Phantasie. Hier der Geruch von Schminke, dort der Geschmack von Karamell; überall Kinder und Erwachsene, die ihre Träume feiern und ihre Albträume zum Vorschein bringen.
Das traditionell christliche Fest hat weit mehr zu bieten hat als nur Rüben oder Kürbisse, Süßigkeiten und Spukgeschichten.

Halloween ist das einzige christliche Fest, das in den letzten Jahren an Popularität gewonnen hat. Aber statt es neu für sich zu entdecken, lehnt die Kirche den alten Brauch empört ab. Dahinter steckt die Sprachlosigkeit der modernen Theologie, wenn es um die Frage nach Tod und Auferstehung geht. So ist Halloween eine Art Waisenkind geworden, und Esoteriker, Neuheiden und Satanisten adoptieren es nur allzu gerne.

Gesellschaftlicher Zweck

Statt vor grimmigen Kürbisfratzen zu warnen und gegen bunte Papierhexen zu wettern, sollten sich die Gegner des wiederentdeckten Fests die soziale Komponente von Halloween neu vor Augen führen. Es würde etwas verloren gehen, wenn das Fest plötzlich aus dem Kalender verschwände, denn auch in ländlichen Regionen wachsen heute Kinder heute auf, ohne die Namen der Nachbarn zu kennen. Die Entfremdung, die für Erwachsene unangenehm ist, macht Kindern Angst. Mit Fremden spricht man nicht. Vielleicht sind sie böse. Aber auch Erwachsene, die selber keine Kinder haben, empfinden Misstrauen.

Durch das Halloweenfest kann dieses Misstrauen ausgetrieben werden. Das Trick or treat ist keine Bedrohung, und vor der Tür stehen keine Missetäter. Das Trick or treat kommt von verkleideten Kindern, die sich getraut haben, an fremde Türen zu klopfen. So gesehen handelt es sich dabei um eine Einladung, Ängste zu überwinden und sich ein bisschen weniger fremd zu werden.

Wer sich zu Halloween als Skelett oder Geist verkleidet, demonstriert darüberhinaus eine gehörige Portion Respektlosigkeit, gegenüber dem Tod, der durch die unendliche Liebe Gottes seine Gewalt über uns verloren hat. “Tod, wo ist dein Stachel? Totenreich, wo ist dein Sieg?” (1Kor 15,54-55).

Rainer Beel; Studium der Theologie, Anglistik und Pädagogik an der Justus-Liebig-Universität Gießen

Mattern

Zum Umgang mit Halloween, oder:

Zehn gute Gründe, Halloween zu feiern

von Pfarrer Dr. Jeffrey Myers, Wiesbaden

Nicht umsonst gehört das Kinderfest „Halloween“ zu den schönsten
Kindheitserinnerungen eines Amerikaners. Weder Kommerz noch Konsum, weder Grusel noch Grauen müssen im Mittelpunkt des Festes stehen

1. Als Kinderfest trägt Halloween Licht in die dunklen Herbsttage hinein.

2. Aus dem ausgehöhlten, leuchtenden Kürbis kann eine gesunde Kürbissuppe
oder eine leckere Kürbistorte werden.

3. Ob beim Kürbisschnitzen in der Familie oder beim beliebten “Trick-or-Treat”-
Rundgang im Kreis der Freunde am Abend, stiftet das Kinderfest Halloween
Gemeinschaft.

4. Halloween lädt ein, den Zusammenhang mit Allerheiligen und dem Reformationsfest
zu entdecken sowie über den Umgang mit Angst und Tod nachzudenken.

5. Das Halloweenfest kann man zum Anlass nehmen, etwas Karitatives zu tun,
wie z.B. die Aktion “Trick-or-Treat for UNICEF” zu unterstützen.
Seit 1953 haben Kinder bei diesem “Trick-or-Treat”-Programm mehr
als 100 Millionen Dollar gesammelt.

6. Halloween lädt ein, sich mit dem Symbol des Kürbisses in der christlichen Kunst
(als Abbild für die Kürze und Hinfälligkeit des Lebens, aber auch wegen der
großen Zahl seiner Kerne als Symbol der Fruchtbarkeit und der Auferstehung)
zu befassen. Im Kindergarten kann man die Jona-Geschichte gut erzählen,
in der – so der Reformator Martin Luther – Jona Schatten und Schutz von
der Staude des Kürbisses fand.

7. Das Basteln (nicht Kaufen!) eines Halloween-Kostüms fördert Kreativität
und Phantasie. Dabei sind Grusel und Schrecken nicht erforderlich.

8. Das Fest Halloween erfüllt das uralte Bedürfnis, noch einmal “auf den Putz
zu hauen” vor dem kommenden Winter.

9. Durch die Auseinandersetzung mit Halloween wird man sich der “dunklen”
Seiten des Festes und somit des Lebens bewusster: Grusel und Gewalt,
Kommerz und Konsum. Diese rufen wiederum nach der Orientierung und
der Geborgenheit, die ein fester Glaube gibt. Vor Konsumterror und
oberflächlichem Spaß erscheinen die Anliegen der Reformation aktueller denn je.

10. Und last but certainly not least: Halloween hilft gegen ein verfrühtes
Weihnachtsfest. Im Goldenen Oktober freut man sich viel mehr, eine lächelnde
Kürbisfratze statt eines blinkenden Weihnachtsbaumes im Schaufenster zu sehen.

ShoWi12

Ein bisschen Wissenschaft

Warum Halloween kein keltisches Fest ist

Rainer Beel

Über ein keltisches Totenfest Ende Oktober/Anfang November gibt es keine Quellen. Was man weiß: Die Kelten siedelten nicht nur auf den britischen Inseln, sondern in ganz Mitteleuropa – und weit darüber hinaus, z. B. in der Türkei: Die vom Apostel Paulus bekehrten Galater waren Kelten, die aus Europa nach Anatolien eingewandert waren. Nirgendwo im ehemaligen Siedlungsgebiet der Kelten haben andere Völker die Tradition eines solchen Totenfest übernommen und fortgeführt. Weder die Germanen noch andere. Allerdings gibt es überall im ehemaligen Siedlungsgebiet der Kelten ähnliche Traditionen, die ohne Ausnahme auf christliche Allerheiligenbräuche zurückgehen.

Am Anfang standen also keine druidische Aktivitäten, sondern die Lehren der Kirche.

Erickson und Sunderland (s. Link unten) gehen zwar unkritisch mit der Kelten-Legende um, verweisen aber zu Recht auf indianische Elemente, z.B. den Kürbis: “Some elements, however, have a distinctively Native American heritage. One key symbol-the pumpkin-was unknown to Europeans before Columbus. But it was part of the sacred trinity of native American foods: squash, beans and maize, which appears in the form of candy corn and the corn shocks that decorate front porches.”

Die europäische Version des Jack-O’Lantern war eine Rübe. Rübengeister kannte man z. B. auch im südwestfälischen Büschergrund (ich komme aus der Ecke), aber auch in vielen Orten des Westerwalds, im Taunus, in Thüringen und in Schwaben, wo ich Verwandtschaft habe. In den USA wurde aus der Rübe ein Kürbis, der damit das einzige uramerikanische Element des modernen Halloweenfests ist.

Halloween ist ein ursprünglich kirchliches Ereignis, das sich im Laufe der Geschichte immer wieder verändert hat.

Hallo10.d

“Trick-or-was?”

Von Pfarrer Dr. Jeffrey Myers, Wiesbaden

Nicht nur der Zauberspruch von Halloween – “Trick-or-Treat” – stößt hierzulande oft auf Un- und gar Missverständnis, sondern überhaupt der Inhalt des Festes am All-Hallow´s-Eve (31. Oktober).

An Halloween in den USA steht weder Horror noch Shopping an erster Stelle, sondern das “Trick-or-Treating”: der Abendspaziergang auf den Straßen, ein Ritual, das als eine Mischung aus St. Martin und Fasching zu verstehen ist. Kinder dürfen in ein Kostüm schlüpfen und einmal im Jahr in eine andere Welt eintauchen. Auf Kreativität und Phantasie wird gesetzt, etwa beim Kürbisschnitzen und Spielen in der Familie und im Kindergarten. Der abendliche Spaziergang mit Freunden im Spätherbst, wo man auf andere Freunde trifft – verkleidet und mit Süßigkeiten, Münzen und kleinen Geschenken in der selbst gebastelten Tüte – und Nachbarn und Verwandte besucht, gehört zu den schönsten Kindheitserinnerungen eines Amerikaners. Nicht wenige Menschen nehmen dieses Fest zum Anlass, etwas Caritatives zu machen, wie die Aktion “Trick-or-Treat for UNICEF” zu unterstützen.

Übrigens: Die christlichen Kirchen brauchen keine Angst vor Halloween zu haben. Die Frage “Halloween oder Reformationsfest?” wird fälschlicherweise als ein Entweder-oder formuliert; die beiden Ereignisse, die gemeinsame historische Wurzeln haben, spielen sich heute auf zwei verschiedenen Ebenen ab. Der Grund für einen Rückgang des Christentums hierzulande soll man nicht in Halloween suchen. In den USA z.B., wo Halloween das drittgrößte Fest bildet, werden zahllose kleine Prinzessinnen und Batmans mit ihren Familien am Reformations-Sonntag im Gottesdienst zu finden sein. Das Motto “Trick-or-Treat” nimmt also nichts weg vom Motto der Reformation: “Ecclesia reformata, semper reformanda!”

Hallo10.b
Links zum Thema:

..: theology.de: Halloween
..: What’s Behind Halloween
..: History of Halloween: Myths, Monsters and Devils
..: Bibliography

In August 2017 I stayed in Vienna for the third time and instead of spending hours in a café I strolled around the Karmeliter Quarter, visited the Crime Museum and took a walk through the Augarten park and along the the River Danube. In the Augarten park massive air defence towers had been built towards the end of WW II. Today, they are home to thousands of pigeons that nest there.

I had a very nice room with an impressive view in Motel One opposite the central station. I would definitely go there again.

Die EKD distanziert sich mal wieder: pünktlich zum Reformationsjubiläum von Luther und seiner angeblichen Judenfeindschaft. Allzu große Nähe zum Leben und Wirken des Reformators hätte man den EKD-Oberen ohnehin nicht unterstellt, aber diese Entschuldigerei ist historischer Unfug und ein einfältiger Versuch, sich selber ins rechte Licht zu rücken.

Es war Luther, der Anstoß gab, das Judentum neu und positiv zu entdecken bis hin zur schließlich entstandenen Konkurrenzsituation: jüdische Schulen und Gelehrte fand man überall in Deutschland, und nur vor diesem Hintergrund ist sein späteres Gepolter gegen die Juden als Anhänger einer – wie Luther es sah – Leistungsreligion zu verstehen. Luther dagegen lehrte “sola gratia” (allein durch die Gnade) und disste die Juden nicht als Angehörige eines Volkes oder einer Rasse, sondern beschimpfte sie als Irrlehrer, deren Synagogen, Häuser und Schulen man anstecken “und was nicht verbrennen will, mit Erden beschütten” solle. Aus demselben Grund polterte er auch gegen Papisten und Türken – ohne wirklich jemals handgreiflich zu werden, oder im Ernst zur Anwendung von Gewalt aufzurufen. Selbstverständlich forderte Luther niemals, Menschen zu ermorden oder zu verbrennen. Seine Schrift „Von den Juden und ihren Lügen“ beendete er mit dem Satz: “Christus unser Herr, bekehre sie barmherziglich.”

Für Luther ist es historische Quittung genug, dass sich ausgerechnet der Schreibtisch-Nazi Julius Streicher zur eigenen Entlastung auf ihn berief. Damit ist zugleich glasklar: wer Luther nachträglich die Verantwortung für den Massenmord der Nazis an dem Volk der Juden zuschiebt, verharmlost deren Rassismus und Bosheit. Die Nazis haben die Juden wegen ihrer angeblichen verderbten Natur ausgerottet: Männer, Frauen, Kinder. Da war nichts mit “Bekehre sie barmherziglich”. Der Jude galt als Untermensch und Krebsgeschwür. Aber ein solches Denken war Luther nicht nur völlig fremd, es widerspricht auch allem, was er lehrte. Luthers Ethik ist gespeist aus der hebräischen Bibel: der Gott des Alten Testaments ist der Vater Jesu Christi und so weiter. Es gäbe viel zum historischen Hintergrund seiner Schrift zu sagen. Aber dann müsste man sich inhaltlich mit Luthers Anliegen auseinandersetzen, und daran haben die in der EKD zusammengefassten Landeskirchen überhaupt kein Interesse. Sie wollen billige Entrüstung zum Reformationsjubiläum.

Niemand bestreitet, dass Luthers Schrift gegen die Juden ein Griff ins Klo war. Aber die historische Demütigung, von einem Julius Streicher als Kronzeuge für dessen Hasstiraden benannt worden zu sein, ist Strafe genug. Kein Mensch wartet auf die Distanzierung einer Frau Käßmann oder eines Herrn Bedford-Strohms. Keiner.

Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen, heißt es im Matthäusevangelium. Aber wer ist denn eigentlich mein Feind? Muss ich auch Kriegsgegnern und Terrorbanden noch was Gutes tun? Deinen Feind hassen? Kommt das nicht sehr auf die äußeren Umstände an? Nein, aber die Antwort auf diese Frage macht deutlich wie sehr Text und Theologie heute auseinandergehen.

Fremdeln mit dem ewigen Moralisieren 

Als ich damals mit dem Studium anfing, neben Englisch auch dem Studium der Theologie, bewarb ich mich bei der Amtskirche um ein Stipendium. Ich will hier nicht weit ausholen und vom Fremdeln mit dem Calvinismus und dem ewigen Moralisieren schreiben.

Rrrums! Amtskirchliches Selbstverständnis in einem Fragesatz erklärt

Anfang der 90er-JahreBesten war ich theologisch nur wenig beleckt: Kirchgänger, aber dogmatisch kaum geprägt. Der Entschluss, Theologie zu studieren, kam spontan. Ich ließ mir also die geforderten Gutachten schreiben und zog damit vor die Kommission. Dort angekommen, fragte man mich nach dem Warum, und ich antwortete sehr allgemein: Tradition weitergeben und so. Die Gesichter verfinsterten sich und schließlich unterbrach mich der Vorsitzende wild gestikulierend: “Wissen Sie eigentlich gar nicht, dass man nur mit Jesus Christus keine Kirche mehr führen kann? Natürlich bin ich ausgetreten.

Der Typ für eine Freikirche bin ich nie gewesen

Der Typ für eine evangelische Freikirche bin ich nie gewesen, und ich bin ja auch in keiner gelandet. Trotzdem tut man im Abwehrmodus manchmal einen Schritt zurück. Wer Evangelische Theologie studiert hat, weiß: man wird mit allerlei Verwirrendem konfrontiert. Aber mir hat es nicht geschadet – ganz im Gegenteil!

Die deutsche Theologie ist absurd

Ich habe die akademische Beschäftigung mit dem Glauben nicht verworfen. Meine Beziehung zur Church of England und die Beschäftigung mit der angelsächsischen Theologie haben mir die Freude daran erhalten. Doch die deutsche Theologie ist absurd, auch unter akademischen Gesichtspunkten. Wenn Heinrich Bedford-Strohm erklärt, dass der Tod eines Dschihadisten ein Grund zur Trauer sei, kann man sich nur vor den Kopf packen. In Syrien ziehen Christinnen in den Kampf gegen den IS, während Bedford-Strohm tadelt: “Wir müssen auch die IS-Kämpfer lieben.”

Zank und Streit nicht eskalieren lassen

Die christlichen Kämpferinnen leben nach der Bibel, der Amtskirchenchef missbraucht sie. Aber heißt es in der Bergpredigt nicht: “Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen”? Ja, aber Jesus hält die Bergpredigt weder vor der UN-Vollversammlung noch vor blutrünstigen Terroristen. Er spricht zu normalen Menschen und nimmt Bezug auf das Verhältnis zu Kollegen, Nachbarn, Rivalen und Neidern: “Ihr habt gehört, dass gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen.” Das ist der Kontext, und nur in diesem Zusammenhang lässt sich seine Aufforderung zur Feindesliebe verstehen: “Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen…” Ich soll Zank und Streit nicht eskalieren lassen, sondern meinen Nächsten, ob ich nun mit ihm kann oder nicht, entschuldigen, Gutes von ihm reden und alles zum besten kehren.

Es geht um den Alltag

In der Bergpredigt geht es nicht um den Kriegsfall, nicht um den IS und um mordende und vergewaltigende Terrorbanden – die sind nicht meine Nächsten. Es geht um den Alltag, um Leute direkt unter der eigenen Nase. Die Christinnen, die den IS bekämpfen, wissen das und üben Nächstenliebe, weil sie ihre Nächsten vor dem heranrückenden IS beschützen. Heinrich Bedford-Strohm dagegen labert dummes Zeug, weil er zu allem mal was sagen will.

Deinen Feind hassen? Nein! Aber Kriegsgegner und Terroristen sollte man nicht romantisch verklären.  

Was ich seit 20 Jahren mit der Amtskirchenvertretern erlebt habe, spottet jeder Beschreibung. Ich kenne viele, die daran irre geworden sind. Die Amtskirche ist eine deutschzentrierte Weltbelehrungsanstalt, mit einer Meinung zu allem und Ahnung von nichts. Man sollte austreten und diese Schwätzer sich selbst überlassen.

 

In Attendorn wurde ein IS-Ehepaar festgenommen. Plötzlich werden erden Leute, die schon in der x-ten Generation hier leben, schief angeguckt. Was lernen wir aus dem Fall Attendorn?

IS-Ehepaar in Attendorn festgenommen

Im Zuge einer bundesweiten Razzia wurde in Attendorn, in der dortigen Rundturnhalle, die noch immer Erstaufnahmeeinrichtung ist, ein Ehepaar festgenommen. Die Eheleute, ein 35-Jahriger mit seiner 27-jährigen Frau, sind über die Balkanroute nach Deutschland gekommen. Beide sind Mitglieder des Islamischen Staates. Der Ehemann ist in Syrien militärisch ausgebildet worden.

Aus Bürgerkriegsgebieten kommen nicht nur die Guten

Die Regierung hat in der Flüchtlingskrise komplett versagt! Es kommt nämlich nicht darauf an, wo jemand herkommt, sondern wer jemand ist: Opfer, Täter, Mitläufer oder Minderheit. Aus Bürgerkriegsgebieten kommen nicht nur die Guten. Eigentlich versteht sich das von selbst, aber in Deutschland neigen viele zum Schwarz-Weiß-Denken: Flüchtlinge sind entweder eine Bereicherung oder Belastung. Es kommt aber auf die von der Regierung ausgesetzte Einzelfallprüfung an.

Die Regierung hat die Gesellschaft gespalten

Jetzt ist der Schaden da und auch Leute, die schon in der x-ten Generation hier leben, werden plötzlich schief angeguckt. Die Regierung hat die Gesellschaft gespalten statt Neuankömmlinge zu integrieren. Eine ganz miese Performance der Regierung , und mit den Folgen werden wir noch ewig lange zu kämpfen haben. Was lernen wir aus dem Fall Attendorn? Ich lerne, dass wir dringend neue Leute in der Politik brauchen. Nicht immer nur völlig lebensfremden Parteikader.

Die “Rückbesinnung auf die Bibel” sei reaktionär, antifeministisch und antimuslimisch, giftet Autorin Mely Kiyak in der früher mal seriösen Wochenzeitung “Die Zeit”. In ihrer Schmähschrift “Mit der Fatwa für Feminismus” nennt sie die Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK), der auch ich angehöre, “eine rechte, antifeministische, evangelikale Vereinigung” – was wohl an “kriminelle Vereinigung” erinnern soll. Frau Kiyak geht es erkennbar nicht um sachliche Kritik, sondern um Herabwürdigung. Sie will beschimpfen, und das tut sie u. a. mit völlig aus dem Zusammenhang gerissenen und obendrein sinnverkehrt verwendeten Zitaten.

Sachlich bleiben kann Frau Kiyak ohnehin nicht. Thilo Sarrazin, dessen rechte Gesichtshälfte nach einer Tumor-OP teilweise gelähmt ist, nannte sie mal eine “lispelnde, stotternde, zuckende Menschenkarikatur”. Das ist ihr Stil, und ihre Arbeitsweise ist oberflächlich, denn zu viele Hintergrundinformationen sind für das Verfassen von Diffamierungen gar nicht notwendig, sie schaden nur. “Lange kramen, suchen und recherchieren” musste sie auch diesmal nicht, denn was sie brauchte, fand sie mit zwei Klicks: selk.de -> Downloads -> Texte. Dort erfährt man dann auch: die angebliche “Fatwa” zur Frauenordination, Frau Kiyak sind solche falschen Gleichsetzungen wichtig, stammt aus einem “Pro- und Contra-Papier”, in dem die wesentlichen Argumente für und gegen eine Ordination von Frauen festgehalten sind. Dass sie ausgerechnet eine lutherische Bekenntniskirche “evangelikal” nennt, spricht für sich.

“Kleiner britischer Konservativer” nannte mich mal einer, selbstverständlich in der Absicht, mir eine verbale Kopfnuss zu verpassen. Lange her, schon über 20 Jahre, und ich zitiere es heute noch gerne, denn ich fand die Botschaft, du bist anders als wir, mit dieser Formulierung schmeichelhaft rübergebracht. Nun lerne ich auf Zeit Online, dass ich einer rechten, antifeministischen, evangelikalen Vereinigung angehöre. Abgesehen vom Attribut evangelikal, da sträuben sich mir die theologischen Nackenhaare, fühle ich mich erneut geschmeichelt. Definitiv ticke ich anders als Frau Kiyak, und deshalb bin ich in einer religiös und vor allem intellektuell begründeten Parallelgesellschaft gut aufgehoben.

Klar, nimmt man Margot Käßmann als Maß und Mitte, dann steht die SELK natürlich weit rechts und ist voll antifeministisch, weil es keine Ordination von Frauen gibt. Der Feminismus sieht im traditionellen Christentum einen Konkurrenten und Herausforderer, mit dem keine Kompromisse möglich sind. Aber die Kirche ist schließlich keine zeitgeistige Manifestation politischer Wunschvorstellungen – “Schwärmertum” hat Luther dazu gesagt.

Für mich sind Tagespolitik und gesellschaftlicher Opportunismus kein Gottesdienst, und ich halte die Kirche nicht für den Spiegel der Gesellschaft – sonst wäre ich Mitglied der EKD. Mir ist es auch überhaupt nicht peinlich, mit Kristina Schröder und Erika Steinbach Münzen in ein und denselben Klingelbeutel zu werfen. Peinlich wäre mir, von Jürgen Fliege bepredigt zu werden, denn für Schar­la­ta­ne­rie und Augenwischerei habe ich nichts übrig.

Absurd ist es übrigens, wenn man im längst geschlossenen Kommentarbereich unter Frau Kiyaks Polemik ständig auf Löschungen stößt: “Entfernt. Bleiben Sie sachlich und wahren Sie einen respektvollen Umgangston. Die Redaktion/th” oder “Entfernt. Bleiben Sie sachlich und verzichten Sie auf persönliche Angriffe. Die Redaktion/th”, liest man da. So macht sich die Zeit zum Postillion.

Links

Mely Kiyak: Mit der Fatwa für Feminismus, Zeit Online
Selbständige Evangelisch-Lutherische Kirche
Ev. – Luth. St. Christophorus-Gemeinde Siegen
Papier mit pro- und contra-Argumenten zur Ordination von Frauen

Bei der Aufnahme der Flüchtlinge plädiert Maffay für eine Obergrenze: “Wenn Sie einen trockenen Schwamm nehmen und Wasser darauf gießen, wird er eine Menge aufnehmen. Aber irgendwann läuft es unten wieder raus.” — Peter Maffay in “Die Welt”

Brauchte es echt erst einen Rumänen, um das zu erkennen? So dämlich die Hassparolen von PEGIDA und Co. sind, so dämlich ist auch die Durchhalteparole der Kanzlerin: “Wir schaffen das.” Man schafft nur, wozu man auch die Kraft hat. Geht man darüber hinaus, kommt es zum Zusammenbruch.

Es sind ausgerechnet CDU und CSU, die mit dem Zusammenbruch dieses Staates spielen. In Belgien müssen Flüchtlinge und Asylbewerber schon bald eine Erklärung unterzeichnen, in der sie sich bereit erklären, europäische Rechte, Pflichten, Werte und Freiheiten zu respektieren. Außerdem soll der Status als anerkannter Flüchtling künftig nicht mehr unbegrenzt gelten.

Warum ich kein Organspender bin? Es bedurfte gar nicht des letzten Skandals, um meine Meinung fest zu zementieren. Ich lehne die anonyme Organwirtschaft und die damit verbundene Geschäftemacherei ab.

Wohl könnte ich mir vorstellen, aus Liebe und Zuneigung eine Niere für jemanden zu spenden. Aber ich betrachte weder mich noch andere Menschen als lebende Ressourcen.

Leben und Tod sind sehr persönliche Prozesse, untrennbar verbunden mit dem, was einen jeden von uns ausmacht. Daher empfinde ich alleine die Anonymität als gegen meine Überzeugungen und gegen mein Menschenbild gerichtet.
Man kann in diesem System noch nicht einmal sicher sein, dass die Zusage für eine Organentnahme wirklich freiwillig und zu Lebzeiten des Spenders gegeben wurde.

Tot ist nach meinem Dafürhalten jemand, dessen Atmung endgültig ausgesetzt hat und dessen Blutkreislauf und Gehirnaktivität zum erliegen gekommen ist. Das würde bedeuten, dass außer der Hornhaut kein Organ gespendet werden kann. Denn nur diese kann noch einem Toten entnommen werden.

Organe sind so persönlich wie der Mensch, zu dem sie gehören.

..: Warum ich mich nicht impfen lasse

SZ.09.09.15
Die Siegener Zeitung hat allen 4 Bürgermeisterkandidaten dieselben 5 Fragen gestellt. Hier kommen meine Antworten.

Derzeit werden die Planungen für ein Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord in Bühl intensiv diskutiert und kritisiert. Viele Bürger wollen ein solches großes Gewerbegebiet nicht, große Teile der Kommunalpolitik und die Stadtverwaltung gehen von seiner Notwendigkeit aus. Was sagen Sie zur Notwendigkeit weiterer Gewerbegebiete für Freudenberg im Allgemeinen und zu Wilhelmshöhe-Nord im Besonderen?

Ich bin kein grundsätzlicher Gegner neuer Gewerbegebiete, aber Nutzen und Potential müssen vorher klar sein. Die Stadt Freudenberg hat bereits massiv in Gewerbeflächen investiert, aber die erhofften Einnahmen nie erzielt. Deshalb ist für mich klar, dass wir kein XXL-Gewerbegebiet auf dem Ischeroth benötigen, sondern eine kluge Gewerbeflächenpolitik: planen nach konkretem Bedarf und selber vermarkten. Wir haben nichts zu verschenken, kein Geld und keine Landschaft.

Freudenberg hat zwei Konzentrationszonen für die Ansiedlung von Windenergie beschlossen. Gegen beide Zonen regt sich Widerstand. Welche Argumente haben Sie für oder gegen die Ansiedlung von Windenergieanlagen auf dem Knippen und im Bereich des Kuhlenbergs?

Ich kann nur hoffen, dass Bürgermeister und Rat sorgfältig abgewogen haben. Der Betrieb von Großwindanlagen wirft in unseren Breiten wenig ab. Ein Plus für die Stadt ist also unwahrscheinlich. Verdient wird in erster Linie an der Projektierung und dem Vertrieb. Ich war an dem Verfahren nicht beteiligt, deshalb weiß ich nicht, ob Bedenken, insbesondere auch hinsichtlich der Tierwelt ausreichend berücksichtigt wurden.

Das Thema Kultur als Thema von Politik und Verwaltung „versickert“ derzeit in Freudenberg. Der geplante Kulturrat ist nicht zum Zuge gekommen, das Bedürfnis der Kulturschaffenden geht eher in Richtung eines Ansprechpartners in der Verwaltung für kulturellen Anliegen. Wie sehen Sie die Möglichkeiten einer städtischen Kulturarbeit?

Ich möchte zum kreativen Austausch beitragen, mit und als Ergänzung zu den bestehenden Vereinen. Denn kreativer Wettbewerb fördert Toleranz und selbständiges Denken. Beides können wir gut gebrauchen.

Das Thema „Flüchtlinge“ wird die Stadt noch über Jahre begleiten, möglicherweise haushaltstechnisch sogar deutlich belasten. Welche Wege wollen Sie als Bürgermeisterin/ Bürgermeister gehen, um hier eine für alle Seiten auf Dauer erträgliche Situation zu schaffen und zu erhalten?

Zuwanderung hat viele Gründe und entsprechend vielfältig sind die Folgen. Die Menschen kommen nicht zum Spaß hierher, aber auch die Aufnahme- und Integrationsfähigkeit der Einheimischen muss bedacht werden. Wichtig ist, dass wir offen bleiben, den anderen sowohl die Hände reichen als auch Probleme benennen.

Was ist für Sie das Wichtigste, das Sie als Bürgermeisterin/Bürgermeister anstoßen möchten?

Das Ziel meiner Arbeit als Bürgermeister wird die Wiedererlangung der politischen Handlungsfähigkeit sein. Nach spätestens zwei Legislaturperioden – diese Zeit benötige ich bei realistischer Betrachtungsweise – soll Freudenberg finanziell so gut aufgestellt sein, dass Investitionen in Infrastruktur, Sicherheit und Lebensqualität aus dem Einnahmeplus getätigt werden können – also ohne zusätzliche Schulden. Mein Ehrgeiz ist es, dass Freudenberg schon in ein paar Jahren wieder attraktiv ist. Junge Familien sollen sich für Freudenberg als Wohnort entscheiden, und im Standortwettbewerb soll die Stadt mithalten und zwischen Investitionsangeboten aussuchen können.
Das alles will ich nicht alleine bewerkstelligen, sondern einen Think Tank aus kompetenten Bürgerschaftsvertretern und hoch motivierten Verwaltungskräften ins Leben rufen. Gemeinsam werden wir dieses Ziel mit großem Engagement, mit Fantasie und hoher gemeinsamer Fachkompetenz erreichen.

Start.SEPT