Zum Jubiläum unserer Siegener Kirchengemeinde habe ich versucht zu beschreiben, was uns als Lutheraner ausmacht: Warum lutherisch?

Gott ist anders

Im Januar 1961 forderte John F. Kennedy seine Landsleute auf: fragt nicht, was euer Land für euch tun kann – fragt, was ihr für euer Land tun könnt. Im Verhältnis zu Gott ist es genau umgekehrt: Gott hat schon alles getan, was für uns und unser Leben notwenig ist. Wir sollen und können dem nichts mehr hinzufügen (sola gratia). Gott schenkt es uns und fordert uns auf, es anzunehmen und täglich zu gebrauchen. Damit sind wir befreit von aller Existenzangst und jeder Art des Rechtfertigungsdrucks. Wir können als Beschenkte leben und auch unseren Freunden und Nachbarn, ja sogar unseren Feinden davon abgeben.

“Führe mich, o Herr, und leite
meinen Gang nach deinem Wort;
sei und bleibe du auch heute
mein Beschützer und mein Hort.
Nirgends als von dir allein
kann ich recht bewahret sein.”

Ich kannte diese Zeilen früher nur als Gebet. Sie stammen aus dem lutherischen Kirchenlied “Gott des Himmels und der Erden“ von Heinrich Albert. Gedanklich und teilweise wörtlich folgt Albert dem Morgensegen Luthers:

“Ich danke dir, mein himmlischer Vater, durch Jesus Christus, deinen lieben Sohn, dass du mich diese Nacht vor allem Schaden und Gefahr behütet hast; und bitte dich, du wollest mich diesen Tag auch behüten vor Sünden und allem Übel, dass dir all mein Tun und Leben gefalle. denn ich befehle mich, meinen Leib und Seele und alles in deine Hände. Dein heiliger Engel sei mit mir, dass der böse Feind keine Macht an mir finde. Amen.”

Gott und sein Wirken stehen im Mittelpunkt

Das ist fast schon eine Zusammenfassung lutherischer Frömmigkeit: Gott und sein Wirken stehen im Mittelpunkt, nicht der Mensch und sein Wollen, und weil Gott sich uns in Christus vollkommen offenbart hat, können wir jederzeit zu ihm kommen, alles von ihm erbitten und alles von ihm erwarten. Es bedarf keiner Mittler und keines moralischen Kredits. Kein Ansehen, Amt oder Studienabschluss sind maßgeblich, sondern allein Christus (solus Christus).

Christen sind wir nur, wenn wir uns auf Christus gründen und ihn im Glauben als unseren Herrn und Heiland annehmen (sola fide).

Kirchturm der Siegener St.-Christophorus-Kirche

Gott und das Leben der Kirche

“Wenn ich nicht durch Zeugnisse der Schrift und klare Vernunftgründe überzeugt werde” – Martin Luther auf dem Reichstag zu Worms (1521)

Unser Wissen über Christus stammt im Wesentlichen aus der Bibel, deshalb kann auch nur die Bibel Maßstab kirchlichen Lebens und theologischen Denkens sein (sola scriptura). Aber seit langem schon hat sich in der Theologie und im Alltag vieler Kirchen ein ganz anderer Umgang mit der Bibel als Heiliger Schrift etabliert: man versucht durch formale Kriterien Aussagen über Autoren, Motive und letztlich Gott selbst zu treffen. So wird datiert, theoretisiert, es werden Quellen geschieden und nach kulturellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen erforscht. Damit rückt man immer weiter ab vom Offenbarungsgehalt der Heiligen Schrift und versteht sie fast nur noch als Sammlung von Glaubenszeugnissen Einzelner oder verschiedenartiger Gemeinschaften in ihren jeweiligen Epochen. Im völligen Gegensatz dazu geht man im in der lutherischen Theologie vom geistgewirkten Inhalt der biblischen Bücher aus, erkennt ihren Offenbarungscharakter an und versucht Aussagen über Autoren, Gott und das Leben der Kirche vom Inhalt der biblischen Bücher her zu formulieren. In einer seiner Tischreden sagte Martin Luther: “Die Heilige Schrift ist das Höchste, es ist ein göttliches Buch, voller Trost in allen Anfechtungen.” Für uns gilt das noch heute.

Warum also lutherisch?

Wir Lutheraner sind keine Farbtupfer auf der bunten Palette monotheistischer Glaubensgemeinschaften, sondern, ein historisch gewachsener Zweig der heiligen, christlichen Kirche, in der das Evangelium rein gepredigt und die heiligen Sakramente laut dem Evangelium gereicht werden (Augsburger Konfession, Artikel 7). Als Lutheraner bin ich wahrhaft katholisch, ohne evangelisches Erbe verleugnen zu müssen.

Deserted streets, disrupted lives: the outbreak of the coronavirus emptied streets and public places in the Siegerland as well. In late March/early April 2020 Siegen looked like a ghost town. People stayed at home, either by government instruction or personal response:

When it all fades away
And I stand alone
What will I say
What will I do
When it all fades away

In religiösen Fragen sei es oft leichter zu sagen, was man nicht glaube, formuliert Mirjam Klein, heute Pfarrerin in Kreuztal, in einer Andacht, die der Kirchenkreis Schwelm in seinem Online-Angebot hat. Dass Gott die Welt in sieben Tagen erschaffen habe, dass Maria Jungfrau war, als sie Jesus bekam, das glaube sie alles nicht. “Und die Liste ließe sich erweitern.”

Die theologischen Unterschiede zwischen Amtskirche und Stadtmission beschränken sich also mitnichten nur auf die Frage der Frauenordination, sondern betreffen den Kern des christlichen Glaubens. Sie glaube auch nicht, dass Gott ein alter Mann mit weißem Bart sei, führt Klein in ihrer Andacht weiter aus. Wer glaubt das schon? Aber natürlich: die ablehnende Erwähnung alter weißer Männer darf nicht fehlen. Offensichtlich erkennt der amtskirchliche Feminismus im traditionellen Christentum einen Konkurrenten und Herausforderer, mit dem es keine Kompromisse geben kann. Predigende Frauen seinen unverzichtbar, lässt die Amtskirche demzufolge wissen und macht damit die Anerkennung ihrer Ordinationspraxis zur Bedingung für die Teilnahme an der Allianzgebetswoche 2020. Aber Tagespolitik und gesellschaftlicher Opportunismus sind kein Gottesdienst. Eine Kirche, die nur noch zeitgeistige Manifestation politischer Wunschvorstellungen sein will, ist keine.

Wer heute zu erkennen gibt, dass er wirklich Christ und gläubig ist, erntet allenfalls noch Spott und Mitleid. Die Herren Marx und Bedford-Strohm tragen ihre Kreuze nur noch situativ – oder nehmen sie ganz ab, wenn es opportun erscheint. Die CSU will das Kreuz überhaupt nicht mehr christlich verstanden wissen und kaum noch jemand weiß, worum es an christlichen Feiertagen geht.

Dass die Stadtmission Kreuztal keine Lust hat, die Allianzgebetswoche zum Abbild amtskirchlichen Allerleis werden zu lassen, kann ich trotz Abgrenzung gegenüber der reformierten Tradition gut nachvollziehen.

Links

Bremen reminded me to England, I wanted Bremen to remind me so. 😉

Otherwise: Hanseatic flair, openness and great beer makes the town well worth a visit.

It was finally time to go and see Amsterdam, and here it was what it looked like. Amsterdam break in October 2019.

Klaus Jens ist Parteipolitiker. Seine Kreisdelegierten haben ihn von Mal zu Mal wiedergewählt. Schließlich verspricht Klaus Jens Kontinuität.

Sein Fraktionschef schätzt ihn als sehr loyales Mitglied.

Klaus Jens weiß zu gefallen – und er weiß sich zu beherrschen. Auf seinem offiziellen Twitter-Account teilt und begrüßt er im Wesentlichen Stellungnahmen seiner Partei. Nur gelegentlich teilt er seine Sicht der Dinge mit. Hier eine Auswahl solcher Tweets.

“Ich sage immer: zuerst das Land, dann die Partei. Schließlich ist unsere Partei die Seele des Landes.”

“Es kommt nicht darauf an, was man sagt, sondern dass man oft was sagt.”

“Wer in der Politik etwas erreichen will, braucht vor allem Geduld und Stehvermögen. Wer vorprescht, verliert. Wer sich querstellt, landet hinten. Nur wer fest auf zwei Beinen steht, stolpert nicht.”

“Als Politiker muss man manchmal die Leute vor sich selber schützen.”

“Für die Politik muss man geschaffen sein. Wer nicht früh Kontakte knüpft und sich bewährt, kriegt später keine Chance. Man muss wissen, wie der Hase läuft. Wer Tapeten wechseln will, sollte Maler werden.”

“Feste Grundsätze machen unbeweglich. Aber ein Politiker muss Strömungen erkennen und beherrschen können. Entweder man reitet oben auf der Welle, oder man geht unter. “

“Proteste gibt es immer; werden sie zu laut, bleiben zwei Möglichkeiten: Wasserwerfer oder sich beteiligen. Alles eine Imagefrage.”

“Privatisierungen bieten den Vorteil, dass man mit dem operativen Geschäft auch das Risiko und die Verantwortung abgibt. Durch den Sitz in Beiräten bleibt man präsent, aber wenn die Hütte brennt, ist man fein raus.”

“Auch ein Politiker muss sehen, wo er bleibt. Du fängst früh an, erkämpfst deinen Platz und verteidigst ihn. Beruflich ist da sonst nichts mehr zu machen. Ein späterer Umstieg ist deshalb immer ein Abstieg. “

“Glaubwürdigkeit ist so wichtig. Enttäuschungen bleiben ja nicht aus. Nicht schlimm! Schlimm ist, wenn die Leute nicht mehr an uns glauben. Deshalb dürfen Reden und Handeln nicht immer im Einklang stehen.”

“Karneval ist keine Zeit für Witze. Ein falscher Satz hängt lange nach. Witze reißen lässt sich am Aschermittwoch, auf Kosten des politischen Gegners. Dafür hat jeder Verständnis.”

“Natürlich ist der Klimawahn Ablenkung. Die kleine Greta mit ihrer Angst um die Zukunft lässt globale Schieflagen vergessen: Klimagerechtigkeit vs. soziale Ungerechtigkeit. Wer sich ums Klima kümmert, stellt keine Machtfrage.”

“Je mehr Abstand man nimmt, desto besser die Übersicht. Politiker dürfen nicht betriebsblind sein, sie müssen das Große und Ganze im Blick behalten.”

“Wer die Dinge verändern will, muss ihren Untergang beschwören. Angst weckt die Sehnsucht nach politischer Führung. Ein guter Politiker weiß um die Bedeutung von Verlustängsten.”

“Nichts gegen die Evangelischen Landeskirchen. Diese Leute habe ein hohes Mobilisierungspotential. Aber woran die im tiefsten Herzen glauben ist so mysteriös wie der Inhalt einer Damenhandtasche.”

“Wer Parteien kritisiert, sollte bedenken, dass es besser ist, Teil eines größeren Ganzen zu sein, als alleine dazustehen, und für alles selber geradezustehen. Parteien sind Verantwortungsgemeinschaften.”

I have to admit, I’m an addict to Ostend. I’m a stranger to this place but this place has never been a stranger to me.

Is it better to renovate or rebuild? In Freudenberg, there’s an easy answer: Let’s bulldoze, baby. Bulldoze and rebuilt from scratch. Unfortunately, it’s all about profit potential. People don’t realise that historic preservation and downtown revitalisation go hand in hand – maybe they don’t care.

I haven’t really seen this round here before. But it’s becoming a fashion: demolishing a house the DIY way.

This house was neither dilipidated nor damaged. The owners had a sawmill once, and you can still see this by the solid wooden structure. However, the historic home has to go. Property developers want to replace it by a profitable private residence project – a trend even in small towns nowadays.

To save money, DIY tactics are applied here. A team of builders who don’t mind getting their hands dirty install temporary fencing, knock out walls, and sooner or later the rest will collapse on its own.

Glorious sunshine and splendid spring colours made me mount my bike and cycle down from Freudenberg to Kirchen on the Asdorf Valley Cycle Route. I passed the small railway museum in Niederfischbach and the old locomotive built by local manufacturer Arnold Jung in Kirchen. Have a look!

Zwei Tage Regen, dann endlich etwas Sonne, also raus und ein Stück der Sieg entlang …