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Warum die Anti-Euro-Partei Quatsch ist

May 26th, 2013

Nikolaus Blome, stellvertretende Chefredakteur der “Bild” schrieb unlängst: “Wer zurück zur D-Mark will, muss wissen, dass er auch jene lockt, die noch viel weiter zurück wollen.” “Ziemlicher Quatsch”, dachte ich. Vor Beifall von den falschen Rängen kann sich keiner schützen. Heute denke ich anders: Blohme hat Recht!

Dass es kein Zurück zur DM geben wird, dürfte auch in der Offizierskajüte der AfD klar sein. Die europäischen Nationalstaaten haben ihre Zeit hinter sich, und damit sind auch die früheren Nationalwährungen passé. Allerdings wird auch der Euro, davon bin ich überzeugt, nicht bleiben. So weit, so gut. Was die AfD angeht, so muss man leider sagen, in der Mannschaftsunterkunft wollen viele hart nach nach Steuerbord. Der Kurs ist somit unklar und eine Meuterei nicht ausgeschlossen.

Ich kann jedem nur empfehlen, sich mal auf der Facebook-Seite der AfD umzutun. Was dort von Anhängern und Mitgliedern mitgeteilt wird, lässt einem die Haare zu Berge stehen, etwa: “‘Rechts’ als ‘Böse’ Gleichsetzen ist doch hirnverbrannt”, heißt es da in schlechtem Deutsch, und: “Man braucht Balance.” Das Sprachrohr der Neuen Rechten, die “Junge Freiheit”, wird als “Alternative zur SZ, Spiegel, Taz und Co.” und als “Blatt der Zukunft” bezeichnet, und plötzlich wundert es einen nicht mehr, dass JF-Chefredakteur Dieter Stein im Hintergrund fleißig Likes vergibt.

Allein das eine oder andere Cover – “Titelbild”, denn Englisch ist verpönt! – spricht Bände und führt direkt zu Gruppen und Sprüchen wie “Bürgerbewegung PRO NRW” und “Tierschutz ist Heimatschutz”. Klar, dass Kritiker solcher Zustände schnell mal als Faschisten verunglimpft werden. Diese Art von “Streitkultur” ist auch dem Handelsblatt aufgefallen. Dessen Online-Chefredakteur Oliver Stock kommt deshalb zu dem Schluß, die AfD sei “eine Alternative gegen Deutschland”.

Das Schiff AfD gleicht der Hispaniola aus dem Roman “Die Schatzinsel”. Die eilig angeheuerte Mannschaft ist unberechenbar und keineswegs loyal zu Squire Trelawney, Doktor Livesey und Kapitän Smollett. Es sollte mich deshalb nicht wundern, wenn früher oder später ein Long John Silver auftaucht.

In diesem Zustand kann und darf die AfD keine politische Verantwortung übernehmen. Als Alternative fällt sie komplett aus. Die AfD ist Quatsch, leider.

2 thoughts on “Warum die Anti-Euro-Partei Quatsch ist

  1. Sehe ich genauso – auch mit dem Zusatz “leider”. Denke die AfD wird mit der CDU koalieren nach der Wahl und dann zur FDP II mutieren. Mit Sätzen die wir schon kennen “Hatten keine andere Wahl” oder “Wir werden trotzdem unsere Meinung einbringen” bla bla
    Die die die (was für ein Satzanfang) AfD jetzt wählen werden sicher bitter enttäuscht werden.

  2. Möchte noch was anfügen: die AfD holt könnte es jetzt vielleicht sogar über die 5% schaffen – weil: wer bisher nichts gemacht hat, hat auch (noch) nichts falsches gemacht.
    Ob man so einer Partei sein Vertrauen schenken soll / darf, möchte ich eh mal dahinstellen. Schließlich ist ausser dem Euro-DM-Gedöhns nicht wirklich was handfestes da. Auch keine Koalitions-Aussage *Nachtigall, ick hör dir trapsen*

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