Spiegel der Gesellschaft

July 22nd, 2019

Die Amtskirche kann gar nicht anders als Spiegel der Gesellschaft zu sein. Wer sich darĂŒber Ă€rgert, sollte die nötigen Konsequenzen ziehen und austreten.

Als Nichtmitglied empfinde ich die unverbindliche SozialpÀdagogik, die heute von den amtskirchlichen Kanzeln gepredigt wird, als durchaus ertrÀglich. Vor 80 Jahren war der Ton ein anderer.

Die Amtskirche bemĂŒht sich mittlerweile um Pluralismus: dickes Buch hat viele Seiten, und fĂŒr jeden ist etwas dabei. Wahrheiten verkĂŒndet sie keine mehr, das ĂŒberlĂ€sst sie Harald Lesch. Selbsterfahrung lautet die Mission, auch ökumenisch. EKD-Chef Bedford-Strohm: “Ich empfinde es als tiefe Bereicherung wenn ich bei einer multireligiösen Feier auch Musik, Texte und Gebete anderer Religionen höre und dabei erfahre, was anderen in ihrem Glauben und Leben wertvoll ist.”

Als ich Anfang der 90er Jahre mit dem Studium anfing, bewarb ich mich um ein amtskirchliches Stipendium. Warum ich denn Theologie studieren wolle, wurde ich gefragt. Ich antwortete mit AllgemeinplĂ€tzen: Tradition weitergeben etc. pp., was mir so spontan einfiel. Die Mienen verfinsterten sich: Ob ich denn nicht wisse, dass man heute nur mit Jesus Christus keine Kirche mehr fĂŒhren könne? Wußte ich nicht. Austritt!

Die Amtskirche ist die Gemeinschaft derer, die nichts gemeinsam haben. Wem das im Alltag intellektuell und spirituell zu wenig ist, sollte den Gang zum Amtsgericht nicht scheuen.

2 thoughts on “Spiegel der Gesellschaft

  1. Ich werde auch austreten, es passt einfach nichts mehr, was ich unterKirche verstehe. Die Kirche darf keine eigene Meinung mehr haben, möchte am liebsten eine Weltreligion haben, ein bisschen von Buddhismus davon hier von. Immer politisch korrekt.
    Nein Danke
    #Austritt

  2. Bei uns in Netphen ist ein neuer Pfarrer eingefĂŒhrt worden. In seiner Antrittspredigt hat er gesagt, dass die moderne Volkskirche fĂŒr alle offen ist, völlig unabhĂ€ngig von Herkunft, Hautfarbe oder Religion. Bravo! Wir leben schließlich nicht mehr im DreißigjĂ€hrigen Krieg.

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