Schmierenjournalismus

May 29th, 2019

Konservativ ist die “Welt” aus dem Springer-Verlag schon längst nicht mehr. Jedenfalls nicht im eigentlichen Sinne. Aber Sinn ist in einer Zeit, die nur noch Trends und keine Überzeugungen mehr kennt, ohnehin Nebensache.

Eine Zeitung, gleich welchen Spektrums, die sich selber ernst nimmt, sollte allerdings wenigstens Fakten stehen lassen. Doch in der Welt hat man sich dagegen entschieden.

“Mit anderen Worten bedeutet die Luthersau (sic!) also nichts weniger als das: Der jüdische Gott ist ein Schwein.”

Wie, was, worum geht es überhaupt?

An der Außenwand der Wittenberger Stadtkirche prangt eine sogenannte “Judensau”, ein Sandsteinrelief aus dem 13. oder 14. Jahrhundert. Es zeigt eine Sau, an deren Zitzen Menschen jüdischen Glaubens saugen. Ein Rabbiner blickt der Sau in den After. Das Landgericht Dessau-Roßlau hat eine Klage, die zur Entfernung des Reliefs führen sollte, kürzlich abgewiesen.

Die Welt nutzt das nun – mal wieder! – zum Luther-Bashing und macht aus der “Judensau” eine “Luthersau”. Dumm nur, dass die vermeintliche Luthersau gut 4 Generationen vor Luther an der Stadtkirche angebracht wurde. Auch ist die Unterstellung, Luther habe von einem Gott der Juden, einem “Saugott”, und einem Gott der Christen gesprochen, ist völlig grotesk und aus der Luft gegriffen. Das Gegenteil ist richtig! Für Luther gab es immer nur den einen Gott, und dessen Geschichte mit den Menschen war von Anfang an auch Kirchengeschichte.

Der Gott Adams, Abrahams, Isaaks und Jakobs: für Luther eine dumme Sau? Ich weiß gar nicht, wie man auf so etwas Absurdes kommt. Nur mit Dummheit und Bildungslücke ist das nicht erklärbar. Hier ist eindeutig böser Wille im Spiel. Der Autor Christian Füller will verleumden.

So geht Schmierenjournalismus, die Welt macht sich zur Lügenpresse, und vermutlich ist ihr das egal. Mission erfüllt: Luther wieder zum Nazi geschrieben. Wen interessiert denn heute noch, ob es damals so war?

Links

Nachtrag

Nachdem ich diesen Beitrag auf Facebook geteilt hatte, sperrte Facebook alle Links zu meiner Webseite. Ich habe daraufhin Facebook verlassen. So nicht, Herr Zuckerberg.

One thought on “Schmierenjournalismus

  1. Danke für die Info und geschichtlichen Hintergrund. Ja leider wird heute alles “vernazit”. Traurig aber wahr.

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