Scheinintellektuelles Geschwätz zu Weihnachten

December 26th, 2015

Ich kann das scheinintellektuelle Geschwätz vieler EKD-Offizieller wirklich nicht mehr ertragen. Eine “Interpretationsfigur” sei die Auferstehung, dozierte der amtsprotestantische Theologe Friedrich Wilhelm Graf in der FAZ – ausgerechnet zu Weihnachten. Ostern hätte noch gepasst. Die frühen Christen hätten mit der Interpretationsfigur Auferstehung ein Scheitern zu einem Sieg gedeutet. Letztlich erklärt Graf damit Jesus selbst zur Interpretationsfigur. Vom Heiland aller Welt, der Heil und Leben mit sich bringt und zur ewigen Seligkeit führt, wie es in dem Kirchenlied “Macht hoch die Tür” heißt, lässt Graf nichts mehr übrig.

Wenn Jesus aber nicht mehr als “König aller Königreich” taugt, wird man sein Wesen wohl neu interpretieren müssen, und genau das tut die Amtskirche schon seit langem. Längst hat sie aus dem Christus eine Figur zum daran Heruminterpretieren und Markieren von Standpunkten gemacht, einen allegorischen Hampelmann. Der Jesus der Amtskirche ist Utopist, Friedensaktivist, Atomkraftgegner, Klimaschützer, Flüchtling und Genderbeauftragter. Wie es gerade passt.

Wie lächerlich sich die Kirchenvertreter mit solchem Gebabbel machen, erkennt man beim Vergleich der hochtrabenden Selbstherrlichkeit dieser Leute mit dem Leben und Wirken Jesu. Frohe Weihnachten!

“Da sie sich für Weise hielten, sind sie zu Narren geworden.” Römer 1:22

Sind wir Christen noch bei Trost? Veröffentlicht in der FAZ am 25.12.2015

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