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Halloween: zurück zu den Wurzeln

October 19th, 2020

Ganz klar: Halloween hat nichts mit Kelten oder Satanismus zu tun. Trotzdem lehnen vor allem amtskirchliche, aber auch freikirchliche Kreise das Fest rigoros ab. Warum ist das so?

Die Antwort überrascht nur im ersten Moment: Angst!

Halloween in der Burgstraße 6

Zunächst ein bisschen Wissenschaft: Die Kelten siedelten einst in ganz Europa, nicht nur auf den britischen Inseln. Belege für ein keltisches Totenfest Ende Oktober gibt es keine, und nirgendwo gibt es Sitten und Gebräuche, die sich auf ein keltisches Totenfest zurückführen lassen. Jedoch gibt es im gesamten ehemaligen Siedlungsgebiet der Kelten Traditionen, die sich auf christliche Allerheiligenbräuche zurückführen lassen. Rübengeister und Heischebräuche sind weit verbreitet. Jack O’Lantern zum Beispiel, der mit einem glühenden Stück Kohle in einer ausgehöhlten Rübe zwischen Himmel und Hölle herumirrt (in der Neuen Welt wurde aus der Rübe ein Kürbis), entstammt so offensichtlich christlicher Vorstellungswelt, dass sich jede Diskussion über Kelten verbietet. Halloween (Allerheiligenabend) ist also nicht nur dem Namen nach ein christliches Fest. Aber woher kommt die Ablehnung mancher Kirchen?

In den USA lehnen vor allem evangelikale Kreise das Fest ab. Sie haben heute großen politischen Einfluss und propagieren ein streng dualistisches Weltbild: Halloween, Rockmusik und sexuelle Freizügigkeit sind für sie Versuchungen des Teufels und führen zum Verfall der guten Sitten. Seit einiger Zeit warnen sie vor Kindesmissbrauch und Kindesentführung zu Halloween und auch vor vergifteten Süßigkeiten und mit Rasierklingen gespickten Äpfeln. Wer Halloween feiert, huldigt dem Teufel, sagen sie und fürchten sich vor dem Verlust ihres politischen und kulturellen Einflusses.

Die Angst vor Bedeutungsverlust treibt auch die hierzulande wie Behörden organisierten Amtskirchen um. Sie warnen vor kommerziellem Humbug, fürchten um das besinnliche Totengedenken und klammern sich an das Privileg gestzlicher Feiertage. Damit propagieren sie ebenfalls einen dunklen Dualismus, ganz ähnlich wie die Evangelikalen in den USA.

Aus Angst vor Bedeutungslosigkeit mauern sich Evangelikale wie Amtskirchen immer weiter ein. Dabei ist die Frage, Halloween oder Allerheiligen bzw. Reformationstag?, irreführend, denn es handelt sich nicht um Gegensätze. Die historischen Wurzeln sind dieselben, im Laufe der Zeit haben sich die Feste nur auseinanderentwickelt.

Für die Kirche wäre es an der Zeit, den falschen Dualismus aufzugeben und wieder allumfassender, also im ursprünglichen Sinne katholischer zu werden.

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One thought on “Halloween: zurück zu den Wurzeln

  1. Mal wieder ein Superartikel über Halloween.
    Diese Sichtweise fehlt mir sonst in der Medienwelt.
    Halloween ist nicht nur typisch USA oder irisch.
    Sondern typisch europäisch. Bin umgezogen in ein anderes hessiches Dorf noch bis in die 60er würden hier Rüben geschnitzt (Dickwurzmann) und vor die Tür gestellt.
    Schön das der Brauch wieder (nur anders) wieder zurückkommt. Er füllt ein Vakuum im Herbst.

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