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Gutes tun zu Halloween

October 10th, 2018

Halloween feiern und den Gedenktag der Reformation begehen?  Aber klar!

Seit sich die bürgerlichen Großkirchen mehr für politische Ziele als den althergebrachten Glauben engagieren, ist viel kulturelles Wissen verloren gegangen – so zum Beispiel über Halloween und seine christlichen Ursprünge. Früher begann der neue Tag nicht erst Punkt Mitternacht, sondern bereits am Vorabend. Wir kennen das heute noch von Heiligabend, den Beginn von Weihnachten. Auch Allerheiligen, ein hoher christlicher Feiertag, beginnt traditionell nicht erst am 1. November, sondern schon in den Abendstunden des 31. Oktobers. Am 2. November folgt dann Allerseelen, der Tag, an dem für die Verstorbenen gebetet wird. Schon immer gab es um diese Zeit Herum Heischegänge, es wurde geschlachtet und den armen Seelen etwas abgegeben.

Warum Halloween kein keltisches Fest ist

Häufig liest man, dass Halloween auf ein heidnisches Totenfest der Kelten, verwandt mit dem irischen und schottischen Samhain (Ende des Sommers), zurückgehe. Aber die Kelten siedelten in ganz Mitteleuropa, und nirgendwo gibt es Hinweise auf ein keltisches Totenfest zu Beginn der dunklen Jahreszeit. Auch ist nirgendwo eine solche Tradition von anderen aufgegriffen und weitergeführt worden, weder von den Germanen noch anderen Völkern. Allerdings gibt es überall im früheren Siedlungsgebiet der Kelten an Halloween erinnernde Traditionen, die sich alle mühelos auf christliche Allerheiligenbräuche zurückführen lassen.

Mehr Grund zur Freude

Unser heutiges Halloween ist stark durch das Zeitalter der Romantik geprägt, und Kitsch und Konsum müssen das Fest nicht überlagern. “Trick-or-Treating”, Kürbisschnitzen und Mottopartys: schöne Kindheitserinnerungen und Respektlosigkeit gegenüber dem Tod machen das Fest aus. Heute wie damals bietet sich Halloween an, Gutes zu tun – etwa mit einer Spende an das Kinderhilfswerk UNICEF. In vielen Ländern gibt es dafür sogar ein eigenes Programm: “Trick or treat for UNICEF”. Auch spricht nichts dagegen, mit den kleinen Hexen und Caspers einen Gottesdienst zum Gedenktag der Reformation zu besuchen. “Trick-or-Treat” ist kein Widerspruch zu “Verbum Domini Manet in Aeternum” (Das Wort des Herrn bleibt in Ewigkeit), und der Kürbis ist seiner vielen Kerne und des schnellen Wachstums wegen auch ein Symbol für das sich ausbreitende Christentum.
Die Kirche hat also mehr Grund, sich, so erzählt es Luther, wie Jona über den Kürbis zu freuen als sich über ihn zu ärgern.

Siehe auch: Trick or was?

Rainer Beel; Studium der Theologie, Anglistik und Pädagogik an der Universität – GH Siegen und Justus-Liebig-Universität Gießen

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