Gute Politik führt nicht in die Eskalation

April 10th, 2016

Es ist jetzt zu spät, sich Gedanken darüber zu machen, ob der Islam zu Europa gehört oder nicht. Der Islam ist längst in Europa angekommen, und wir sollten uns darüber Gedanken machen, wie wir miteinander klar kommen. Theologisch sehe ich die Dinge wie Sie meine Kirche bereits 2002 als Wegweisung für das Zusammenleben mit Muslimen aufgeschrieben hat. Aber ich lebe in einer pluralistische Gesellschaft, in der viele Weltanschauungen vertreten und Bekenntnisse gesprochen werden. Aufgabe der Politik ist es, für einen Interessensausgleich zu sorgen. In John le Carrés Roman “A Small Town in Germany” (“Eine kleine Stadt in Deutschland”) sagt ein britischer Diplomat: “Every night, as I go to sleep, I say to myself: another day achieved. Another day added to the unnatural life of a world on its deathbed. And if I never relax, if I never lift my eye, we may run on for another hundred years.” Eine hervorragende Einstellung! Gute Politik führt nicht in die Eskalation, sondern ermöglicht Koexistenz und strebt nach Kooperation. Alles andere ist das Geschäft des Teufels.

Als Lutheraner finde ich, der Staat hat private Glaubensentscheidungen zu respektieren und nicht zu kritisieren. Die Auseinandersetzung mit dem Islam kann nur eine persönliche und öffentliche sein – soweit es die Kirche betrifft, ist es immer eine theologische.

Es gibt keine Geheimrezepte, aber Selbstachtung scheint mir zentral.

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