Eine klare Lose-Lose Situation

February 7th, 2016

Der moderne Mann habe in Köln versagt, titelt eine Tageszeitung und beklagt: er, “der moderne Mann”, habe die “zivilgesellschaftliche Feuerprobe unter verschärften Migrationsbedingungen” nicht bestanden. Stimmt, und ist zugleich völliger Mist!

Der moderne Mann hat seit frühesten Kita Tagen gelernt, “die eigenen geschlechtsstereotypen Erwartungen an sich und andere kritisch (zu) hinterfragen” und “neue Erfahrungen mit der Wahrnehmung der Geschlechterrollen (zu) machen”: biologische Tatsachen seien keine Festschreibungen für Verhalten. Alle Zitate stammen alle aus Kita-Bildungsplänen. Nur wie das geht, ein Mann zu sein, das hat ihm keiner nahegebracht.
Der moderne Mann hat also vor allem gelernt, dass es typisch männliches Verhalten gar nicht gibt, und plötzlich soll er den Beschützer spielen – denn schließlich ist er ja ein Mann. Wie Paradox! Eine klare Lose-Lose Situation.

Definitiv hat sich “der moderne Mann” in Köln wenig bis gar nicht gentlemanly gezeigt. Aber wie kann man das von ihm erwarten? Wer hat ihm das vorgelebt: seine alleinerziehende Mutter, die völlig überlasteten Erzieherinnen in der Kita? Wer hat ihm Geschichten vorgelesen, in denen Männlichkeit und Stärke als Verantwortungsbewusstsein, Bescheidenheit, Treue und Leidensfähigkeit beschrieben wird? Für all das braucht man eine kulturelle Identität, letztlich auch einen festen Glauben – und schon tut sich das nächste No-Go auf: Religion.

In Köln hat nicht nur der moderne Mann versagt, sondern vor allem ein Menschenbild, das Identität verneint und Kultur relativiert.

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