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Der Inhalt legitimiert den Herausgeber

August 19th, 2017

Wo ist eigentlich der größte Unterschied zwischen der Bibel und dem Koran? Klar, der eine Gott wird völlig unterschiedlich beschrieben, auch das Menschenbild ist anders. Aber der größte Unterschied ist der Anspruch: der Koran soll wortwörtlich und zeitlos gültig verstanden werden, die Bibel darf man gar nicht so verstehen: Kain soll nicht immer wieder neu den Abel erschlagen und Jesus muss nicht ständig neu gekreuzigt werden.

Die Bibel besteht aus sehr unterschiedlichen Schriften, die zu unterschiedlichen Zeiten verfasst wurden. Es gibt aber einen roten Faden, nämlich Versprechen, Einlösung und Vorausschau.
Vom Koran dagegen wird behauptet, er sei als fertiges Buch übergeben worden, und letztlich hängt an dieser Entstehungsgeschichte seine Autorität als Wort Gottes: der Herausgeber legitimiert den Inhalt.

Für Christen wiederum ist nicht die Entstehungsgeschichte der Bibel entscheidend, sondern deren Inhalt. Christen bekennen Jesus als das lebendige Wort Gottes, weshalb der Buchstabe nur Sinn ergibt, wenn er im Sinne des Lebens und Wirkens Christi verstanden wird: der Inhalt legitimiert den Herausgeber.

Der Hauptunterschied ist also: starres Regelwerk hier, Einladung zur Gewissensbildung dort.

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